Seite 6 .DIE ARBEIT“ August 1950 Ist meine inuallden- liezui. ßRgesielltenuersiGherung in Ordnung? Als Mitglied des Betriebsrates einer grö- Besen Baufinna m Saarbrücken habe ich yrdph u. a. um die Sozialversicherungs- fcmgelegenheiten meiner Beruiskollsgen bekümmert. Hierbei habe iah feststellen müssen, daß diesem Gebiete viel tu ws- (iig Beachtung geschenkt wird. Fast straf ­ bar an sich selbst und gegenüber seinen Angehörigen wird in dieser Beziehung ge ­ handelt. Teils ist es Leichtsinnigkeit, teils Ist es Nachlässigkeit, aber oft auch ver ­ kehrte Bequemlichkeit. Und sehr oft und nicht zuletzt ist es die Unwissenheit, die taut diesem Gebiet bei einer Vielzahl un ­ serer Kollgen herrscht. Wie wichtig ge ­ rade dieses Gebiet für jeden Berufstätigen Ist, werden die älteren Kollegen gelegent ­ lich der Beantragung ihrer Rente schon er ­ fahren haben. Und die jüngeren werden es auch noch erfahren, wenn sie eines Tages ihre Rente oder Ruhegeld beantra- S en werden. Diesem Uebel vorzubeugen ezw. abzuhelfen, soll der Sinn der heu ­ tigen Abhandlung sein. Hier soll zunächst mal einiges über die notwendigste Grundlage jeder Beantra ­ gung irgendeiner Leistung aus der Sozial ­ versicherung gesagt werden. Es sind die Aufreehnungsbescheinigunge.i, also der Nachweis jedes Berufstätigen über die an die Sozialversicherung im Laufe seiner Jahrelangen Arbeit eingezahlten Beiträge. Bis zum 30. lung: Das Versicherungsamt seilte für jeden Berufstätigen eine Versicherungs- oder .Quittungskarte aus, die für mehrere Jahre galt. In diese Karte wurden die Beitrags ­ marken je nach Höhe des Verdienstes ein ­ geklebt. War die Karte voll, so wurde die ­ selbe aufgerechnet, eine Aufrechnungsbe- scheimgung erteilt sowie eine neue Karte ausgestellt, die laufend numeriert wurde. Ab 1. 7. 1942 werden keine Marken mehr geklebt, sondern die vom Verdienst ein- behhaltenen Beiträge werden vom Arbeit ­ geber direkt an den Versicherungsträger (Sozialversicherung) abgeführt. Eine be ­ sondere Bescheinigung in der Art der frü ­ heren Aufrechnungsbescheinigung wird in der Regel nicht mehr erteilt, jedoch auf der Versicherungskarte vermerkt. Nun zurück zu den früheren Aufrech- dungsbescheinigungen. Der Berufstätige hat mit diesen Beschei ­ nigungen vorerst nichts anderes anzufan ­ gen, als sie sorgfältigst aufzubewahren. Ein lückenloser Nachweis dieser Beschei ­ nigungen, die wiederum laufend numeriert *md, ist bei der späteren Rentenbeantra ­ gung unbedingte Voraussetzung, um sich vor Schaden zu bewahren. Zwar hat die 6. 42 bestand folgende Rege- Verwaltung der Sozialversicherung die Origmal-Klebekarten zu den Aufrech« nungsbescheinigungen in Aufbewahrung« Jedoch können auch bei dieser Stelle der ­ artige Unterlagen in Verlust geraten. Wir haben dieses ja zur Genüge im letzten Kriege infolge kriegerischer Einwirkungen erlebt. Die Aufrechnungsbescheinigung hat also den Wert und die Bedeutung ei ­ nes Sparbuches und ist darum wie ein solches sorgfältigst aufzubewahren. Prüfe daher ein jeder mal seine derar ­ tigen Unterlagen nach! Mancher Kollege wird dann bei dieser Nachprüfung ieststellen, daß mehrere Auf ­ rechnungsbescheinigungen mit der glei ­ chen laufenden Nummer vorhanden sind, Das ist weniger wichtig; dagegen ist zu prüfen, ob die ganze Zeit seiner Berufs ­ tätigkeit durch diese Bescheinigungen be ­ legt isr. Hier sind, falls Lücken in den Ein ­ tragungen sich zeigen sollten, folgende Ueberlegungen .anzustellen: a) Ist dem Betreffenden bekannt, daß er die Bescheinigung einmal besessen und durch irgendeinen Umstand ver ­ loren hat, so gehe er zum Versiche ­ rungsamt und beantrage die Ausstel ­ lung einer Duplikat-Bescheinigung, die von der LVA, falls die Onginalkart® vorhanden ist, ausgestellt wird, b; Ist dem Betreffenden bekannt, daß er in der offenstehenden Zeit tatsächlich in Arbeit gestanden, aber nie eine Auirechnungsbescheimgung besessen hat, so versuche er sich zu erinnern, wo, bei wem und als was er in der fraglichen Zeit gearbeitet hat. Ist der Arbeitgeber bekannt und auch jetzt noch erreichbar, dann muß er sich sogleich mit ihm in Verbindung set ­ zen, um die Ausstellung einer Be ­ scheinigung zu erhalten, aus der her ­ vorgehen muß: 1. Dauer des Aibeitsverhältnisses 2. Art der Beschäftigung 3. Höhe des monatlichen Verdienstes und 4. ob Beiträge zur Invaliden bzw. An ­ gestellten-Versicherung entrichtet wurden und an welche Stelle. Diese Bescheinigung ist dem Versi ­ cherungsamt zur weiteren Regelung zu übergeben. c) Verweigert der Arbeitgeber die Aus ­ stellung der erbetenen Bescheinigung unter igrendemem Vorwand oder rea ­ giert er aut entsprechende Anfragen nicht, so melde man dieses sogleich dem Versicherungsamt, das alsdann die Angelegenheit aui dem amtlichen Wege regelt. d) Ist der damalige Arbeitgeber xwar bekannt, jedoch nicht mehr erreich ­ bar, was bei Flüchtlingen und insbe ­ sondere bei den Ostflüchtlingen der Fdli ist, so überlege man mal in Ruhe bezw. suche in anderen Schriftstücken nach oben genannten Angaben. Das Versicherungsamt wird dann die so gewonnenen Angaben in Form einer eidesstattlichen Versicherung zu Pro ­ tokoll nehmen. Kann der Verdienst aus dieser Zeit nicht mehr genau an ­ gegeben werden, so wird er amtlich geschätzt entsprechend der damals ausgeübten Tätigkeit. Sehr wichtig ist bei allen früheren Wehx- machtsangehörigen die Frage: Wie und in welcher Weise wird die Zeit des Wehr ­ dienstes bezw. der Kriegsgefangenschaft angerechnet? Die Zeiten des Wehrdienstes bezw. Kriegsgefangenschaft werden voll und ganz angerechnet. Sie müssen jedoch nachgewiesen werden. Dieses kann durch Vorlage diesbezüglicher Unterlagen wie Soldbuch, Bescheinigung des Kriegsge- Jangenenlagers, Bescheinigung des zu ­ ständigen Einwohnermeldeamtes u. a. m. oder durch Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung erfolgen. Di« Ausstellung der Bescheinigung erfolgt gebührenfrei. Weiter Interessiert sehr die Frage: Nach welchem Maßstabe erfolgt nun die wertmäßige Anrechnung der Zeit des Wehrdienstes bzw. Kriegsgefangenschaft? Die wertmäßige Anrechnung für den Kriegsdienst erfolgt nach der Höhe der zuletzi geklebten Marke bzw. des Ver ­ dienstes unmittelbar vor der Einberufung, F, S. Auf fcohec iahet l Fast möchte man sagen, daß die Grup ­ pe Metall Brebach jährlich ihre schon xui Tradition gewordenen Ausflüge durchführt, die sich immer eines großen Teilnehmer ­ kreises erfreuen. So war es auch am 23. 7. 1950 wieder. Schon frühzeitig waren Männlein und Weiblein zum Bahnhof Bre ­ bach gepilgert. Pünktlich um 7,20 Uhr setzten sich die 4 Omnibusse in Richtung Saargemünd in Bewegung und schon hin ­ ter Güdingen grüßten uns Paddler und Wanderer. In schneller Fahrt nähern wir uns der Grenze. Hinter Saargemünd nimmt uns eine schöne Gegend auf, große Wie ­ sen, dazwischen hier und da Kartoffel ­ oder Getreidefelder. Programmgemäß tref ­ fen wir um 9,20 Uhr auf dem Marktplatz in Pfalzburg ein, wo die erste Unterbre ­ chung zur Einnahme des Frühstücks statt- findet. Ein herrliches Glockengeläute ent ­ bietet uns den ersten Gruß und manche Teilnehmer verzichteten lieber auf ihr Frühstück und gingen in die prächtig aus- gestatbete Kirche, andere wieder suchten Erfrischungsräume auf um den ersten El ­ sässer „Zwetsch“ zu trinken. Als man wieder zur Weiterfahrt Platz nahm, war Stimmung, auch wenn die Sonne ver ­ schwand und am Himmel drohend schwarze Wolken aufzogen. Am Rande der mächtigen Berge, hinter Pfalzburg, stehen die schmucken Häuschen der Be ­ wohner, die fernab von der Industrie, wahrhaftig zu beneiden sind. Unsere Bus ­ se schlängeln sich mühsam durch die ­ ses herrliche Tal. Von links und rechts grüßen herrliche Nadelwälder. Unsere Busse müssen nun die hohen Pässe zur Dachsburg bezwingen und für alle Teil ­ nehmer war gerade die Fahrt ein Erlebnis. Durch große Wälder nehmen wir in schwieriger Fahrt Links- und Rechtskur ­ ven, die Wolken bedecken förmlich das Tal und vor uns grüßt schon die Dachs ­ burg. Als sich unsere Busse dem Ziel näherten, hatte der Wettergott keine Ein ­ sicht, denn unaufhörlich regnete es, so daß ein Aufstieg zur Dachsburg unmög ­ lich wurde und wir schweren Herzens unserm nächsten Ziel, Obersteigen, ent ­ gegenfuhren. Die regenschweren Wolken, blieben immer wieder an den hohen Fel ­ sen hängen und wie dicke Nebelschwa ­ den bedecken dipse das soeben von uns durchfahrene Ted. Hier lebt die Bevölke ­ rung durchweg vom Ertrag ihrer Scholle, oder aber die großen Wälder geben der Bevölkerung Arbeit und Brot. Die wenig vorhandenen Gaststätten sind auf Frem ­ denverkehr eingestellt und in ihrer schmucken und sauberen Aufmachung mehr als einladend. In mehreren Gruppen verteilte man 6ich, um das Mittagsmahl einzunehmen. Am Nachmittag ging unse ­ re Fahre durch das Engenthal. In Wan- genburg war es noch schöner als zuvor, xumal nun wieder herrliches Ausflugswet- ter war. Zwischendurch machte man noch hier und da eine kurze Rast und vergaß aber auch dabei nicht das Tanzbein zut schwingen. In froher und ausgelassener Stimmung, bei Gesang und Humor ging es am Abend in schneller Fahrt unserer Heimat entgegen und als unsere 4 Omni ­ busse Saar-Union passierten, waren viele in tiefem Schlaf versunken. Kurz vor 22 Uhr kamen wir wieder wohlbehalten, in Brebach an. Für alle Fahrtteilnehmer war diese Fahrt mehr als ein Erlebnis, denn wir haben ein Stückchen Erde mit all sei ­ nen Sehenswürdigkeiten kennen gelernt« wie wir es nicht schöner im Schwarzwald, oder in den bayr. Alpen usw, finden kön ­ nen. Nachruf Am Dienstag, dem 25. 7. 1950, verschied plötzlich .und unerwartet der Obervertrcuensarzt der Landesversiche- rungsanstalt für das Saarland, Herr Dr. Eugen Gruenberg Herr Dr. Gruenberg war seit Juli 1946 mit der Leitung des Obervertrauensarztbezirkes Saailouis-Merzig-Völk- lingen betraut, nachdem er bereits früher lange Jahre als Vertrauensarzt bei der Landesversichenmgsanstalt Berlin tätig war. Im Verkehr mit den erkrankten Versicherten sowie mit der Aerzteschaft ist jederzeit sein vornehmes und gütiges Wesen in Erscheinung getreten. Die Landesversichenmgsanstalt für das Saarland hat durch das Ableben von Herrn Dr. Gruenberg «inen ge ­ wissenhaften und tüchtigen Beamten verloren, der schwer zu ersetzen ist Saarbrücken, den 27. Juli 1950. Landesversicherungsanstalt für des Saarland Der Technische Ausschuß Rieth Präsident DI* Verwaltung Ammann Direktor !Buchdcuckecei Junk SAARBRÜCKEN, Ridiard-Wagner-Strasse 67 liefert alle Drucksachen und Budibinderarbelten für Behörden, Wirtsdicfl und Private Spezialität-, RELIEF-DRUCK JETZT! Ut e* 2e!t, Ihr« Polfter- möbel, und Matratzen auf ­ arbeiten zu letzen. Billigste Preisberechnung. Matratzen werden morgen» abgeholt und abend» wieder gekracht. Gustav ZopfWwe. Saarbr., Max-Braun-Str. 13, Telefon 60 !4 2)ec Win fee steht txac dec Jude Denken Sie jetzt ichon an Ihren Woll*Elnkauf WolS-Petry SAARBRÜCKEN nach wie vor Bahnhofstr. 107 und SuizbachstraBe 4 MWIMIUWMHI1«■! CENTRAL-GARAGE an».«. SAARBRÜCKEN Mainzer Straße 66-70 — Telefon 5561, 5562, 9759 Zucker, Kaffee, Seife/ elnf. u. feine Weine en gros. Rdgoce Franco, Colonial, La Penne sur Huveaune B. du R. 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Auskunft erteilt y Hauptverwaltung: Saarbrücken, Allee»tr. 44 Rnf: 4174 III Herausgeber: Hauptverwaltung der Elnhelttgewerkidiaft, Saarbrücken 3, Braueritr. 6—8. Verantwort!!* fflr den Getemtlnhalt* Helnr. Wadcer. Redaktion: Sozial- und Wlrtichaft*- pollttk C Schuhler, Industrtevcr- binde, Jugend fowla Feuilleton J. P, Wambach. - Drudt: Drucker# Saar-Zeitung, Dr. Nlkolau* Fontaine, Saarlouls — Etnzalverkaufsprel» der »Arbeit« 8.- ffr*. ^Beachtet die Anzeigen in Eurem Gewerkschaftsorgan 1\\#