Seite 6 DIE ARBEIT“ August 1950 M (Die JAeatec gemeinde feilt mit: Für die Theaterfreunde unter unse en Mitgliedern und deren Angehörigen fin ­ den auch in dem kommenden Spieljahr 1950 51, wie in den vorhergegangenen, geschlossene Vorstellungen zu verbillig ­ ten Preisen statt. Zu diesem Zweck wer ­ den zwei Mieten aufgelegt, sowohl für sonntags, als auch für wochentags, Die Sonntags-Vorstellungen werden je ­ doch nicht mehr wie bisher abends, sondern nachmittags stattlinden. Im Spielplan sind u. a. folgende Vor ­ stellungen vorgesehen:: Oper: „Rigoletto“, „Don Juan*, „Don Pasquale“, Operette: „Nächte in Shanghei“, „Der Vogelhändler“, „Maske in Blau“. Schauspiel: „Egmont“, „Die Verschwö ­ rung des Fiesko zu Genua“. Lustspiel: „Hauptmann von Köpenik“, „Dr. med. Prätorius“. Der Preis beträgt für 10 Vorstellungen 1150.— Frs., zahlbar i.i 4 Raten, 1. 2. und 3. Rate a 300 — Frs., 4. Rate 250.— Frs, Anmeldungen für beide Mieten wer ­ den bis zum 15. September 1950 an folgenden Orten entgegengenommen: Saarbrücken: Gewerkschaftshzus, Brauer ­ straße 6—8, Zimmer 2 Neunkirchen: Gewerkschaftsbüro, Bahn ­ hofstraße 6 St Wendel: Gewerkschaftsbüro, Mumm ­ straße 37. Homburg: Geweikschaftsbüro, Denissfr. 1 St. Ingbert: Gewerkschaftsbüro, Kaiser ­ straße 47 Illingen: Gewerkschaftsbüro, Hauptstr. 16 Völklingen: Gewerkschaftsbüro, Bouser Straße Saarlouis: Gewerkschaffsbüro, Alte Brauereistraße 3 Merzig: Gewerkschaftsbüro, Trierer Straße 61 Sulzbach: Gewerkschaffsbüro, Volkshaus und bei allen Funktionären der Einheits ­ gewerkschaft. Volksfürsorge und Gewerkschaft (Fortsetzung und Schluß) Im Saarland war die Zeit vom Kriegs ­ ende bis zur wirtschaftlichen Angiiede- rung an Frankreich reich an wechselnden Geschehnissen, vor allem leidele die Or ­ ganisation sta r k unter den Auswirkungen der Besatzungsmacht. Zugleich mit dem wirtschaftlichen Anschluß wurde durch den Hohen Kommissar verfügt, daß die Volksfürsorge einer französischen Ver- sicherungsgruppe cngeschlossen wird, dagegen vier saarländische Unternehmen bezw. Zwe g te ea deutscher Ge eTschaf- ten ohne Verfügung die Eigenständigke t behalten sollten. Es lag dort mehr an der finanziellen Gestaltung und war somit verständlich, daß französische Gruppen an der Uebernahme dieser überalterten Bestände nicht interessiert waren. Wenn heute die „Gewerkschaftliche Rundschau" — das Organ der Christlichen Gewerk ­ schaften im Saarland — in einer Artikel ­ serie auf dieses Moment zurückgreift und fünf Gesellschaften benennt, an denen man nicht interessiert war, so muß man diese Anspielung zurück-weisen, denn es wurde um die Eigenständigkeit der Voiks- fürsorge schwer gekämpft und dauerte Monate, bis durch den Hohen Kommissar die Fusion mit der französischen Versi ­ cherungsgesellschaft L’Union aufgehoben wurde. Man kannte das wirtschaftlich ge ­ sunde Fundament der Finanzgestaltung und es wäre für die Versicherungsnehmer der Volksfürsorge ein schreckliches Er ­ wachen geworden, hätte man sie in der Verwaltung ihrer Verträge den Methoden der kapita istischsn Ausbeutungspolitik unterworfen. Die schwerste Schädigung hat man der Volksfürsorge zugefügt, in dem man rund 10 Monate Arbeitsverbot erreichen konn ­ te, und es war eine falsche Rechnung, daß man annahm, aus dem Betriebsjahr 1948 heraus die Untragbarkeit festzustel ­ len. Unter der „Vorläufigen Verwaltung“, die in Wirklichkeit mit Fragen der Organi ­ sation, ihres Auf- und Ausbaues keine Vor- schlagsmögiichkeiten hatte, hat unsere Isaarländische Volksfürsorge irn Verhält ­ nis zum 20. 11. 47 ihre Umsatzzixfern mehr als verdreifacht und sie hat dies nur er ­ reicht unter der Leitung gewerkschaftlich geschulter Funktionäre. Nachdem die Volksfürsorge mit einem überwiegenden Erfolg ihre Geschäftsbe ­ berichte gab, dürfte es unverkennbar sein, daß die Zielausrichtung der Volksfürsorge nur noch die engste Zusammenarbeit mit Gewerkschaften und Konsumgenossen ­ schaften ist. Die Zahl der für dis Volks ­ fürsorge tätigen Funktionäre muß aus den Reihen unserer Gewerkschaftsbewegung vervielfacht werde«. Es ist vor allen Din ­ gen ein moralisches Verständnis dafür uufzubringsn, daß es Pflicht aller ehrli ­ chen und aufrichtigen Gewerkschaftler sein muß, den Schutz der Familie bei dem eigenen Unternehmen zu suchen. Man muß wissen, daß die Verwaltung auf der Grundlage der Gemeinnützigkeit aufgs- baut ist, vor allem aber, daß es keine Ak ­ tionäre gibt, die Dividenden oder sonstige Gewinne abschöpfen können. Alle Ueber- schüsse aus dem Geschäftsbetrieb wer ­ den restlos den Versicherungsnehmern gutgeschrieben und zusätzlich zu ihren Versicherungssummen am Ablaufstermin ausgezahlt. Ez mag verständlich sein, daß kapitalistische Gesellschaften mit letzter lCraftanstrengung versuchen, ihre Bestän ­ de in unseren Reihen zu erweitern, aber es darf keinen ehrlichen Kollegen unserer Einheitsgewerkschaft geben, der fürderhin aus Provisionshascherei Agent oder Wer ­ ber bei einer anderen Gesellschaft sein kann. Wir haben das Recht, von unseren Funktionären zu fordern, daß sie zusätz ­ lich zu ihrer Gewerkschaftsarbeit, die be ­ kannterweise ja nur im Interesse des schaffenden Volkes durchgeführt wird, im Falle der Versicherungsweibung für die „Saarländische Volksfürsorge“ tätig sind. Mag auch die Frage des Nebenverdien ­ stes mit entscheiden, so wenden wir uns offen gegen jede Tätigkeit bei kapitalisti ­ schen Gesellschaften auf der Grundlage der Provisionshascherei. Vor allem sind die Jugendfunktionäre entscheidend bei dem Einsatz der gesamten Gewerkschafts ­ bewegung; denn sie sind nicht so sehr durch Bindungen anderer Art gehemmt, die man als ein Vorurteil ansehen könnte. Es muß durch den unermüdlichen Ein ­ satz aller bereitwilligen Kräfte erreicht werden, daß unser eigenes Unternehmen gefördert wird. Fest steht für uns, daß die Versichere Dich und Deine Familie nur bei der VOLKSFÜRSORGE! Auf gewerkschaftlich-genossenschaftlicher Grundlage aufgebaut, garantiert sie alle Gewinne und Überschüsse den Versicherten. Günstige Tarife und Versicherungsbedingungen! * Nur nebenberufliche Vertrauensleute! Unverbindliche Auskunft und Beratung erteilt! Hauptbüro Saarbrücken, Alleestraße 44 Kapitalien der Volksfürsorge ausreichen werde«, um der gemeinnützigen Bauwirt ­ schaft im Rahmen des sozialen Wohnungs ­ baues lür c’as schofle.:de Volk ei.:ea Rück ­ halt zu bieten. Was geschieht mit den Geldern der übrigen Versicherungswirtschaft, die schätzungsweise viele hunderte von Mil ­ lionen jährlicher Frümieneinnahme auf ­ weisen? Eine Beantwortung ist uns un ­ möglich; denn wenn wir auf die Erklärun ­ gen des Herrn Wirtschaftsministers im Ver ­ laut einer Landtagsperiode Bezug neh ­ men, so stellen wir fest, daß etwa 90 Pro ­ zent der gesamten Venicheiungswirtschaft durch französische Gesellschaften erfaßt sind. Aus seinen Erklärungen ist gleich ­ falls zu entnehmen, daß von den früher im Saargebiet arbeitenden 47 Gesellschaften jährlich eine Prämieneinnahme von 332 Millionen Franken erzielt wurde. Unser Anteil hieran betrug etwa 6 Prozent, und es dürfte, hieran gemessen, nicht schwer sein, daß die Volksfürsorge in absehbarer Zeit ein maßgeblicher Faktor unserer Ver ­ sicherungswirtschaft im Saarland über ­ haupt wird. Wenn wir durch unsere aufklärenden Vorträge in allen Versammlungen und durch laufende Berichte, die wir in unse ­ rer Gewerkschaftszeitung veröffentlichen, das Augenmerk unserer Gewerkschafts ­ kollegen auf die Volksfürsorge abrichten. Stellen wir in den Vordergrund, daß es Ziel und Zweck unserer Organisation ist, auf der Grundlage gewerkschaftlich-ge ­ nossenschaftlicher Zusammenarbeit schnellstens vorwärts zu kommen, auf die ­ ser Grundlage anständigen Versicherungs ­ schutz zu bieten und durch diesen Versi ­ cherungsschutz zugleich die Mittel zur Verfügung zu haben, die unsere schaffen ­ de Bevölkerung benötigt, um einen Teil der sozialen Probleme lösen zu können. Es ist lohnend, sich dieser Frage einmal zu wid ­ men, und es ist eine gewisse Vorausset ­ zung notwendig, sich zu diesem Entschluß des Beitritts zur Volksfürsorge durchzu- itingen. djie Rückvergütung, die Sie als Mitglied der Genossenschaft am Johrüsende erhalten) Denn isfdie Freude groß! BÜCHERGILDE GUTENBERG iiifiiiiiiiiiiimiiiiHiiiiimimmimiiiiiiiimiiniiiiiiiiniuiiiiiiiiiiiii (heunde des guten (Buches ... haben die Möglichkeit, Mitglied der Bücher* gildeGutenbergzu werden. Diese auf ge ­ meinnütziger Grundlage beruhende Buchgemein ­ schalt der Gewerkschaften zählte bis Kriegsende auch eine große Anzahl schaffender Menschen unseres Gebietes zu ihren begeisterten Freunden. Neben den großen Dichtern der Vergangenheit (Goethe, Fontane, Balzac, Dickens, Gogol. Jack London usw.) schreiben auch Sigrid UndseL Vicki Baum, Walter Kotbenhofl, John Knittel u. a. m. für die Büchergilde Gailenberg. Viel Sorgfalt wird aach aut die Herausgabe von Biographien, populärwissenschaftlichen Wer ­ ken der Geistes- und Naturwissenschaften, so ­ wie Kunst- und Jugendbüchern gelegt. Für 150 Franken Monatsbeitrag können die Mitglieder jährlich 4 Bücher zum Preise von je 450 Franken auswählen. (Bei höheren Preislagen lediglich Zahlung des Unterscbledsbetrages.} Die Bücher — vorwiegend Gan hinenbfi&de — sind in Papier, Druck und Einband vorbildlich und fußen auf ei ­ ner 25jährigen Tradition „bildungsbeflissener und schönheitsdurstiger“ Buchdrucker. — Interessen ­ ten wenden sieb an den Kollegen Martin Kip« per, Fischbach-Saar, Bahnstraße 36, Wir wollen die Gewerkschaftsmitglieder mit nachstehender Betrachtung auch aut den „Club der Buchfreunde“ aufmerksam machen. Seit geraumer Zeit ist dieser Club im Saarland tätig. Er hat bereits einen ansehnlichen Kreis von Mitgliedern. Aber der Kreis könnte noch grö ­ ßer sein, und mancher wartet sozusagen aul diese Einrichtung. « Was will der „Club der Buchireunde"? Er will für wenig Geld seinen Mitgliedern zum Erwerb wirklich guter Bücher verhelfen. Viele sind nicht in der Lage, von Zeit zu Zeit das Geld für ein wirklich wertvolles Buch aufzubringen, obwohl . sie gerne eine kleine eigene Bibliothek haben möchten. Sollen sie nun immer aut den Erwerb wertvoller Bücher verzichten? Nein! Die ge ­ nannte saarländische Buchgemeinschaft, die völ ­ lig neutral ist, verhilft jedem Mitglied zum Er ­ werb durchweg erstklassiger Lektüre. Jedes Mitglied hat die Möglichkeit, alle zwei Monate ein Buch nach eigener Wahl zu beziehe«. Unter den Neuerscheinungen belindet sich z. B, das packende Werk „Die Sterne blicken herab“, von A. J. Cronin, und der große Roman „Fal ­ sches Zeugnis“, von Alice Lytikens. Wer sich für nähere Einzelheiten interessiert, schreibe an die Einheitsgewerkschaft, Rsdak'-.cn, Saarbrücken, Brauerstraße 6. Ziegelei arbeite* streiken erfolgreich Bocholt. Nach dom Scheitern der Lohn- verhandiungen in Nordrhem-WestfajenDg« ten die Belegschaften der vier Bocholter Ziegeleibetriebe am 14. Ju:li die Arbeit nieder. Nach dreitägigem Streik waren, äks Zie- geleibesitzer zu Verhandlungen bereit. Es konnte m hartnäckigem Verhandeln einai Lohnerhöhung von 10 Dpfg. auf die bisher gezahlten Löhne erreicht werden, was eine Erhöhung des Stundenlohnes gegenüber dem abgelaufenen Lohntarif von 12 bis 17, Dpfg. bedeutet und für die Angestellten; und Meister eine Gehaltserhöhung von 25 DM. Bei den gegenwärtig steigenden Prei-« sen dürfte dieses Provisorium kaum von; langer Dauer sein. Es muß erreicht wer ­ den, daß die Löhne in der Ziiegelindu;-, strie mindestens den Bauarbeiterlöhn jn, angeglichen und die Ziegjer als Fachar ­ beiter anerkannt werden. o.ft FEUERSCHUTZ!!! Feuerlöscher und Feuerschutzgeräte liefert - kontrolliert - repariert FRITZ EVEASSONG G. m. b. H. DUDWEILER, cm Güterbahnhof, Tel. 21 65 Sulzbach Moderne Spezialweikstätte lür Reparatur u. Fülldienst Kohlepapier Farbbänder Dauerschablonen Kanzleipapier, Maschinenpost, Durchschlag, Saug ­ post, Leitz-Ordner in allen Größen, Locher, Schnellhefter, Deutsche Kolbenhalter, Pelikan, Uhu, Böhler, Osmia Original >Tintenkuli«. 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Wambach. — Drude: Druckerei Saar-Zeitung, Dr, Nikolaus Fontaine, Saarlouls — Elnzelverkaufspreis der sArbelt« 8.- ffrs.