Seite 2 Die Lohnforderungen der Bauarbeiter Wichtige Feststellung des Arbeitsministers Eindrucksvolle Protestkundgebung Zu etr>er großen gewerkschaftlichen. Kundgebung halten sich am 11. Mai im Johannishof in Saarbrücken — gemeinsam vom 1. V. Baugewerbe der Einheitsge ­ werkschaft und der Gewerkschaft der Christi. Bau- und Holzarbeiter des Saartan- des auigefordert — die Arbeitnehmer ans der Sauwirtschaft augetodea. Der große Saal des Johaunisholes konnte die Massen bet wettern nicht fassten. Im Verlauf der Kundgebung kam der einmütige und entschlossene Wille nun Ausdruck, kein gewerkschaftliches Mittel unversucht xu lassen, um die katastrophale Lohnlage im saarländischen Baugewerbe auf schnellstem Wege zu beseitigen. Auf der Kund ­ gebung wurde das im folgenden Berich! veröffentlichte Schreiben des Arbeitsmi ­ nisters über Lohnabkommen bekanntgegeben, das auch für alle anderen Industrie ­ verbände von besonderer Wichtigkeit ist Die Bauarbeiter der Saarbrücker Beine- für edn&eizen, daß eine Lahmverekibarung rechtskräftig werde, wenn man mit dem be batten am Nachmittag des 11. Mai auf kurze Zeit ihre Arbeit unterbrochen, um zu der Protestkundgebung zusammenzu- kommen. Zu dieser Versammlung war es notwendigerweise gekommen, weil der Ar ­ beitgeberverband in vo ran ge g an g enen Verhandlungen mit den Gewerkschaften eine Ablehnung«- und Verzögerungstaktik fti pfflan.nm ma« hotte. Vor allem hat sich der Verband darauf berufen wotUen, daß noch keine gesetzliche Qnadksge für Loinrverbandiunge n bestünde. Demgegenüber ist es wichtig festxustei ­ len — und das interessiert auch die Ar ­ beitnehmer in andern Berufsgruppen was der Minister für Arbeit und Wohl ­ fahrt in einem Schreiben vom 6. Mau auf eine Anfrage der Einheitsgewerkschaft dieser geantwortet hat. 4 Das Schreiben des Arbeitsminister» Dieses Schreiben lautet: „Es ist an mich mehrfach die Frage heran getragen worden, ob bis zum Inkraft ­ treten des Tarilvsitragsgesetzes Verein ­ barungen über Lohne abgeschlossen wer ­ den können, Ich weise darauf hin, daß du» rechtliche Grundlage hierfür in der Ver ­ ordnung übe; Lohn- und Gahaiisve: =in- baruagen zwischen saarländisch m Gewerkschaften und den Arbeitgebern vom 2. 3. 1948 (ABL Nr. 17, &. S09) gege ­ ben ist. Im § 1 dieser Verordnung beißt es, daß die anerkannten saarländische n. Ge ­ werkschaften als Vertretung der fei ihnen zosammengeschlossenea Arbeitnehmer u. Arbeitgeber ermächtigt werden, im Rak- me.i der gesetzlidhen Bastimmoagan schriftliche Lohn- und Gehaltsvereinba- racgen zn treffen- Der Ausdruck „im Rah ­ men der gesetzlichen Bestimmungen“ be ­ deutet, daß die durch den Staat erlasse ­ nen Lohuverfügungen als Minäestbestim- mungen zu betrachten sind. Diese Vor ­ schrift der Eiah.aJfuag der gesetzlichen Mlade stfc sstimmungen ist auch In dem kommenden Tarifvertragsgesetz vorge ­ sehen. Auf Grund der genannten Verordnung sind für verschiedene Wirtschaftszweige in der Vergangenheit mehrfach Abkorar men geschlossen, durch mich genehmigt und im Amtsblatt veröffentlicht worden. Vereinbarangen über Löhne, sofern die gesetzlichen Mindestbastimmungen ieinge ­ halten sind, werden durch mich möglichst schnell genehmigt. Beanstandungen hin ­ sichtlich der Höhe der Löhne nach oben sind nicht zu erwarten. Ich empfehle, insbesondere zur Auf ­ rechterhaltung des Arbeitsfriedens, der im Interesse der Arbeitnehmer und Arbeitge ­ ber liegt, mit den Vertretungen der Arbeit ­ geber s o f er t in Verhandlungen zu treten und abgeschlossen« Verträge mir zur Ge ­ nehmigung vorzulegen.“ Zu diesem Schreiben hat dar Minister noch erklärt, er werde sich persönlich do Aibmtgeberveiband verhandle. Mithin konnte also von dem Fehlen ei ­ ner Grundlage für Tarifverfoanrijtmgen nicht gesprochen werden. Man kann es als unverantwortlich bezeichnen, wenn durch die bewußte Hinauszögerung einer mehr als berechtigten LohnregeLung eia Unruhefaktor geschaffen und die Sache auf die Spitze getrieben wird. In der Kutte qebung im Johannishof nahm nach der Eröffnung durch Koll. Jost der 1. Vorsitzen ui des L V. Baugewerbe der Einheitsgewerkschaft, Kollege Schäfer, die Gelegenheit wahr, einten genauen Ue- berblick über die Lohnentwicklung im Bau ­ gewerbe zu geben. Er konnte dabei die Behauptung der Arbeitgeber, sie könnten kerne höheren Löhne zahlen, glatt wider ­ legen. Die Preise für Baumaterialien .seien gegenüber der Markiert um 200 Prozent gestiegen, aber auch im gleichen Verhält ­ nis die ßauprsis«. Dagegen seien die Löhne komm 50 Prozent erhöht worden. Früher habe der Lohmmtei'l am Baupreis 45 bis 50 Prozent betragen, heute betrage er nur noch 20 bis 25 Prozent. Die geforderten Lohnsätze Folgende Lohnsätze müßten jetzt gefordert werden und dtese Sätze blieben noch hinter dem zurück, wo* auf Grund der Baupreise möglich sei: Gelernte Arbeiter: Maurer, Zimmerer, Betoribauer, Anstreicher und Steinbrecher pro Stunde 129 Frs., Pflasterer 140 Frs., Steinmauer 135 Frs., Gipser und Stukka ­ teure 132 Frs, Bicmroer 118 Frs„ Zimmerer im Betonbau 126 Frs. Ungelernte Arbeiter: Erd- und Bauhilfs ­ arbeiter pro Stunde 108 Frs. Poliere una Schachtm erster: monatlich 33 280 Frs. oder pro Stunde 160 Frs. Die aufrüttelnden und überzeugenden Ausführungen des Redners fanden ihren zu«amraengefcrßten Niederschlag in sei ­ nen mit lebhaftem Beifall ' quittierten Schlußworten: „Man soll ja nicht glauben, wir wären nicht in der Lage, unser Ziel zu erreichen.“ Kollege Munari, 2. Vorsitzender des L V. Baugewerbe der EG-, umtemcii- tete die Versammelten über die mit dem Arbeitgeberverband gepflogenem Verband- lungeti. woraus der deutliche Wunsch der Gewerkschaften ersichtlich war, im Inter ­ esse des sozialen Friedens möglichst aut gütlichem Wege das Ziel zu erreichen. Doch seien alfe Versuche cm der unnach ­ giebigen Haltung der Arbeitgeber ge ­ sichert. Für die Christliche Gewerkschaft sprach Kamerad Horn. Er hob den überaus zahl ­ reichen Besuch der Versammlung hervor und unterstrich die verfehlte Taktik der Unternehmer und die Methode der letzten Mat 1950 Jahre, die Preispolitik auf Kosten dar Ar ­ beitnehmer durchzuführen. Auch er drückte das feste Vertrauen aus, daß das Ziel der Arbeitnehmer erreicht wird durch feste Organisation und Hand-in- Hcradarbeäfen. . Eine lebhafte und ausgiebige Diskus ­ sion folgte den mit Beifall auf genomme ­ nen Darlegungen der drei Referenten. Hier ­ bei wurde mit Fug und Recht drastisch auf die klägliche Rolfe hmgewaesem, die die Unorganisierte® spielen. Ein Redner forderte passiven Widerstand bei Nicht ­ gewährung der Erhöhung und weiterer Verschleppung, Ein anderer verlangte ein Ultimatum mit St re ikandrohung. Als von einem Sprecher wieder in Erinnerung gg. rufen wurde, daß es Stundenlöhne von 63 und 67 Frs, im Baugewerbe für schwer® Arbeit gibt» da bekam man so recht ei ­ nen Begriff für die Hervorhebung, daß die hier zusammengedrängten und dringender Klärung entgegensehjenden schaffenden Menschen ein® in jeder Beziehung diszi ­ plinierte Versammlung ab gehalten haben. Einstimmig wurde dis nachstehende E nt s chließumg cnna-STjornmen: EntSs.tiiH.bu n $ „Die am u. Mai 1950 im großen Saal des Johannishof es zn Saarbrücken ta ­ gende Protestvfisrsammiaag der Bauarbei ­ ter nimmt Stellung mir Haltung der Ar ­ beitgeber verbände m der saarländischen Bauindustrie gegenüber den berechtigten Lohnforderungen der Bauarbeiter. Die Versammlung beauftragt die Leitun ­ gen der beiden Gewerkschaften, sofort erneut an d e Arbeitgeberverbände heran ­ zutreten mit deT Forderung auf entgehende Verhandlungen zur dringend notwendigen Neuregelung der Löhne im <siqnj> der ein ­ gereichten Forderungen, hinter denen die Versammelten geschlossen stehen und um die durchzuaetzan sie edles tun werden. Die in der Nr. 187 vom 1L Mai 1950 der „Saarbrücker Zeitung" erschienene Notiz „Profestversammlung der Bauarbeiter und eine Stellungnahme der Arbeitgeberver ­ bände der Bauwirtschaft“ enthält unbe ­ gründete Behauptungen, die wir unter Hin ­ weis auf das Schreiben des Herrn Ar- baifsministers vom 6. Mai 1950 entschie ­ dest in Abrede steifen.“ Die nächste Ausgabe des „Saarberg- ban“ ersefeefett infolge techMsdher Schwie ­ rigkeiten Anfang Juni. Jjje teilt mit; ! ‘ Miete I :UL res»: JLustige Witwe“, Opeueife. lt Juri; „Dm Maulkofö“, LBstspiei. Miete 2 1Z Juni; „Poganiaf“. IQ. Jfflls; Erzählung e»“. Miete 3 38- Mai; JD&r Roseekaraher“. Die Varste 1u*g „Fe P.osenkavaffer'“ be ­ ginnt um 18-38 Uhr. Sondervorstellung. Am 27. Juni finde! einte Sonder vor Stal ­ lung; .JPsgtanipj“ für olle MStglldder dar EG. und Angehörige statt. Preis 118 Frs. iiiiißiiiuiüiHißiiffiimiiifimmjiHMiiiftiwwHmüHmiiämimiimiiwimwtmmmm Die Geschäftsstelle der Einheits ­ gewerkschaft Vdf klingen Poetstraße 21, befiadef sich ob 15. Mal 1950 in Völklingen, BouserStraS* J5, direkt neben den Kinwer Branstüb’L Die r An Pfingsten ins Cali JiüMmtai Kurbetrieb TANZ IM FREIEN GROSSER PARKPLATZ EDUARD MÜLLER, Merchingen 2 liehen Schein der Bereciitigang verloren. Um zu kalkulieren, ist nicht nur ertoräer- lich, die Preise der Löhne zu kennen, man muß auch die Kosten der Rohstoffe, die Preise der Verkehrskosten und der Geld ­ darlehen berücksichtigen. Nun sind Koh ­ le, Benzin, Benzol, Eisen, Kupfer, Zinn; Nickel, Textilien, Lecfer usw. den aller ­ größten Preisschwankungen ausgesetzt, die oft die Schwankungen des Lohnes bei weitem übertreffen. Selbst eine vollkom ­ men genaue Festsetzung der Löhne wurde den Unternehmern nicht nützen, weil ade übrigen Produktionskosten großen Schwankungen ausgesetzt sind. Anderer ­ seits müßte man zur Annahme neigen, daß die Unternehmer seibs, kein Interesse an gieichbfeibeaden Löhnen haben, da die ­ selben bei ansteigenden Preisen die Lei ­ stungsfähigkeit der Arbeitnehmer nur un ­ günstig beeinflussen. Die Einheitsgewerk ­ schaft begrüßt daher die Federungen der französischen Gewerkschaften nach Ein ­ führung der gleitenden Lohnskala und schlägt ihrerseits zur Garantierung eines gleichbleibenden Reallohnes die Einfüh ­ rung dieses Lohnsystems auch bei uns an der Saar vor. Die zu erwartenden Ge ­ genargumente der Unternehmer entkräften wir bereits jetzt, indem wir darauf hin wei ­ sen, daß es auch bisher nicht an beweg ­ lichen Lohnteilen wie Prämien,^Akkordlöh- nen mit garantierten Grundlöhnen usw. fehlte. Auch weisen wir darauf hin, daß man in England bereite in der z"weiten Hälfte des vorigen Jahrhundert die glei ­ tenden Löhne einführte- Wir sehen in der englischen shding scale eine gleitende Lohnskala mit einem beweglichen Lohn ­ anteil, der den von den Unternehmern er ­ zielten Gewinnen cm gepaßt war. Schon in der Zeit um 1860 wurden m der englischen Kahlen-, Eisen- und Baumwollindustrie Ar- be:tsverixag-e mit gleitenden Lohnskalen abgeschlossen, die zum Inhalt hatten, die Löhne entsprechend dem Steigen und Fol ­ ien der Verkaufspreise herauf- und herab ­ zusetzen. Man wollte damit erreichen, daß sich Löhne rmd Gewinne paraflei ändern, v Und noch vor wenigen Tagen wurde ems Helsinki gemeldet, daß die gleitende Lohnskala als Ergebnis eines angedrohten Generalstreiks m Finnland von den Ar ­ beitnehmern erzwungen worden ist. In der amtlichen Lohnregulierung, wie sie in Australien eingefühxt wurde, läßt cer Staat die vorgeschriebenen Minimal- iöhne durch eigens dafür eingesetzte Srihiedsinstanzen ständig cm die Lebens- tnhtelpreise anpassen. Es gibt also schon seit langer Zeit be ­ wegliche Löhne, die auch vielfach von den Industriellen selbst lebhaft befürwortet werden. Wie stehen wir uns dun das neue saar ­ ländische Lohnsystem vor und was er ­ warten wir von der giert enden Lohnskala? Aus allen Betrachtungen über die Lohn ­ politik, die die saarländische Arbeitneh ­ merschaft weit mehr als andere im Zuge der staatlichen und wirtschaftlichen Neu ­ bildung «jr'h ergebende Erwägungen in Anspruch nimmt, ergibt sich die zwin ­ gende Notwendigkeit, dfe Arbeitnehmer von dem Risiko zu entlasten, das die an ­ haltende Geldentwertung und die ande ­ ren preistreibenden Erscheinungen der Volks- und Weltwirtschaft immer wieder von neuem bervorrufen. Jedes andere Ri ­ siko, zum wesentlichen Teil crus den glei ­ chen Quellen stammend, und die Produk ­ tionskosten mindestens ebenso streik be ­ einflussend, trägt das Unternehmertum als eine Last, die es als selbstverständlich empfindet, weil es sie nicht abbürden kann. Es wäre ungerecht und widersin ­ nig, sollten die Arbeiter, Angestellten und Beamten das aus der Preisrevolutioaiie- rang für ihre Lebenshaltung erwach eene Zeit, in der zahlreiche neue Probleme auf ­ tauchen, in der die Weft in manrogfacher Richtung umgeformt wird, nach neuen For ­ men und Methoden streben, um die kör ­ perliche und geistige Leistungsfähigkeit der Werktätigen zu sichern: Deshalb muß dem Arbeitetertrag neue Gestalt und neuer Inhalt gegeben werden*. Die Ar ­ beitsleistung muß durch eine gesicherte Kaufkraft garantiert werden. Die Vollwer ­ tigkeit der Arbeitskraft kann sch ein» Volkswirtschaft nur durch die Anpassung der Gehälter und Lehne an die Ver- brauchsgüteTpreise sichern. Das ist eia» Voraussetzung für eine Sicherung der Ar ­ beitsleistung. Wer sich detej entgegen- stellt, trägt mit Schuld an dem Schwanken der Arbeitskran und der Arbeitsleistung und bringt ein Moment der Unruhe in den Produktionsprozeß. Diese Nachteile für unsere Volkswirt ­ schaft werden nur vermieden, wenn nicht der Geldausdruck der Löhne, sondern ihre tatsächliche Kaufkraft als das entschei ­ dende Moment bei Feststellung von Lohn ­ skalen, bei Bestimmung von Zeit- und Ak ­ kordlöhnen wirkt. Man muß ganz bewußt vom Nominal- oder Geidloim zum Real- John übergehen. Dieser Rsalioha darf mehr ein sichtbarer Naturallohn sein, aber er maß als RaaLobn die Möglichkeit schaf ­ fen, such trotz aber Preisschwankungen all das durch Kauf zu sichern, was in der Naturalwirtschaft zur ausreichenden Wiederherstellung der Arbeitskraft, zur genügenden Ernährung der Werktätigen und ihrer Familien gewährt werden maß. Wie ist dieses nun erreichbar? Durch gleitende Löhne, die neben einem beweg ­ lichen Teil noch einen festen Teil beste ­ ben lassen. Aus der Erkenntnis heraus, daß schon in normalen Zeiten die Kosten für die Ernährung drei Fünftel der Aus ­ gaben Wirtschaft der Werktätigen crusma- chen, würde durch die Anpassung an die ­ sen Teil der Lebenshaltungskosten schon ein stark ordnendes. Moment in dis Bilan ­ zierung des Haushaltes der Arbeitnehmer kommen. Natürlich sind bei der ersten Regelung sehr verschiedenartige Möglichkeiten ge ­ geben. Da die Ausgaben für Ernährung, Heizung und Beleuchtung rund 60 Prozent der Gesamtausgaben der Leb cnshaltun ge ­ kosten ausmach an, müßten 60 Prozent des Lohnes und Geholtes zum beweglichen Lohnanteil gemacht werden. Man kann bei der ersten Einführung der gleitenden Lohnskala nur mit rohen Verhäitniszahten rechnen. Ist aber dieses System erst ein ­ mal eingewurzelt, dann wird man zu fei ­ neren Unterscheidungen gelangen. Man soll sich jedoch nicht durch Unmöglich ­ keiten stören lassen, daß eins absolute Genauigkeit und Klarheit der rechneri ­ schen Unterlagen bei der ersten Einfüh ­ rung des Systems nacht m sichern ist. Dar Einfachheit halber mußte, um den Uebergang vom gegenwärtigen Lohnsy ­ stem auf das von uns er stiebte zu er- leichtem und um auch die Widerständ« der Unternehmer rascher zu äbervrioden, aut Grand der aiimonatiacben Veröffent ­ lichungen der Indexzahlen für Ernährung, Heizung und Beleuchtung für da« rücklte- gande Vierteljahr die Anpassung der Löh ­ ne an die kommenden drei Monate statt- finden. Doch könnte man später nach Einführung des Lohns ystems zsi monatli ­ chen Feststetinmgen wie auch zu Voraus- bestimraungesn der Löhne für den der Fest ­ stellung sich anschließenden Monat ge ­ langen. In der Praxis würde sich dies folgen ­ dermaßen cmewirken; Nehmen wir einen Auges teilten mit einem Monatseinkommen von 20 000 Frs. und einen Arbeiter mit ei ­ nem Wochenlohn von 5000 Frs. zur Grund ­ lage unserer Betrachtung. Wenn wir 40 Prozent von Gehalt und Lohn als festen Satz und 60 Prozent als be weglichen Lohn- anteii betrachten, «o bleibt im Rahmen des Tarifvertrages der für eine bestimmte Zeit fesizaseizen ist, beim Angestellten 8000 Frs. «n Monat, beim Arbeiter 2 000 Frs. in der Woche fester Lohnbeetandteil. Es bleibt dann als beweglicher Lohnanteil für den Angestellten 12000 Frs. im Mo ­ nat, für den Arbeiter 3 000 Pr«. *n der Woche. Ergeben die Statistiken für Er ­ nährung, Kohle, elektrischen Strom und Gas beispielsweise tm 1. Vierteljahr eine' Erhöhung der Preise um 20 Prozent gegen ­ über dem fetzten. Vierteiljahr des vorange ­ gangenen Kalenderjahres, so würde für das 2- Vierteljahr des laufenden Kalen ­ derjahres der bewegliche Teil des Loh ­ nes beim Angestellten für den Monat von 12000 Frs. auf 16000 Frs. im Monat und damit sein Gesamteinkommen auf 24 000 Frs. im. Monat tmiomatmch ohne' jede Lohnbewegung steigern. Beim Arbeiter mit WochenJohn errechnet sich der be ­ wegliche Lobxuanteii ähnlich. Hier würde Bür ostenden sind von ß—12.30 Uhr und von 2—4 Ufer nachm, (außer Samsfngaarf*- mittagL die 20pr oze»tige Preässfeagemang «me 20- prozentige Lohnerhöhung und damit edafe automatisch© Erhöhung des beweglichen Lohnanteils von 3 900 Frs. auf 4 DDO Frs. bewirken. Die Einführung der gleitenden Löhne hätte eine wesentliche Vereinfachung des Lohne ystems zur Folge. Jeder Werktätige könnte auf Grund, der in den Zeitungen veröffentlichten Statistiken Ober die Le ­ benshaltungskosten im Saariand die rich ­ tige Berechnung des neuen Lohnes fest ­ stellen und kontrollieren. Es darf in Zukunft nicht mehr dem nach reinen Protitinferessee wirtschaftende*» Unternehmer überlassen bleibe?!, wo und wie die aus den Arbeitsleistungein -der Werktätigen stammenden Gewinn ver- wandt werden. Notwendig und entschei ­ dend wird es sein, cm diesen Gewinn«» die Werktätigen zu beteiligen und damit die Kaufkraft und den Lebensstandard der breiten Massen zu erhöhen». Dar erste Schrift aber hierzu führt nach unserer Mei ­ nung über den Abbau des offen Lohng»#. füges rand Einführung der von was emptoh- lenen gleitenden Lohnskala. Wer sich die Gesamtprabtenoatik der Lohnpolitik vor Angern führt, weiß, welcher verantwortungsbewußter Arbeit «• bedarf, um von Gewerkschaffcseeite au» di» not ­ wendigen Voraussetzungen für eine wirt ­ schafte- und sozialpolitisch, vertretbar© Lohnpolitik zu schatten. •