Seite 2 DIE ARBEIT“ Februar 1950 9 V ]e mehr man über etwas spricht, um so wirklicher wird es, sei es gut oder schlecht, S. BiiimiH'mmmifflHfflHHimmtuuMiiiiMHmiiiiiiimiiiHUHiimiiiwiM «iiiminm Die FrauLuiterner Resolution Die am 22. Januar 1950 in Fraulautern, Lokal Theobald, versammelten Funktio ­ näre und Mitglieder der verschiedenen Verbände der Einheitsgewerkschaft pro ­ testieren gegen eine Verpachtung der Saargruben. Die Versammelten fordern: 1. Das Mitbestimmungsrecht in der Wirt ­ schaft und in den Betrieben. Der Landtag des Saarlandes möge durch ein Betriebsrätegesetz und durch die Schaffung einer Arbeitskammer und Wirtschaftskammex dem Mitbestim ­ mungsrecht der Arbeitnehmerschaft gerecht werden. 2. Sofortmaßnahmen zur Angleichung der Löhne an die Preise. Auszahlung einer Ausgleichszulage in Höhe von 3000.— Frs. für alle Arbeitnehmer. 3. Freie Lohnvereinbarung nach Tarif ­ verträgen. 4 Wiedereinführung des Bezugs von Ba ­ re chtigungskohlen und freier Kohlen ­ verkauf im Landabsatz. Die Versammelten protestieren gegen die Vorlage des Gesetzes zum Schutze des Staates. Dasselbe steht gegen die in der Verfassung garantierten Rechte, be ­ schneidet die freie Willensäußerung. Es ist Aufgabe des Landtages die Verfas ­ sung zu schützen, ebenso die damit ver ­ bundenen Rechte demokratischer Bürger im demokifrtischen Staate. Garantiert muß bleiben das Recht der freien Rede. Die Bergarbeiter protestieren gegen die nachträgliche Textänderung im Bergbau- Statut, die willkürlich, ohne Anhörung der Gewerkschaft vorgenommen wurde. Sie verlangen, daß Regierung und Gewerk ­ schaft Sofortmaßnahmen treffen, daß das Bergbau-Statut den saarländischen Ver- häl missen angepaßt wird. O&cietkasiw (Die Redaktion erteilt .n Gewerkschaftsmitgliedurr. an dieser Stelle oder schriftlich auf schriftliche An fragen kostenlos Auskunft.} I. P. Die in unserm damaligen Artikel ange ­ gebenen Zahlen über die Verlängerung des Le ­ bensalters in den verschiedenen Schichten stim ­ men. Die Feststellungen, denen auch Angaben des internationalen Arbeitsamts zugrunde liegen, haben ergeben, daß sich das Lebensalter in den Kulturländern seit 75 Jahren um etwa 25 Jahre erhöht hat Einzelne Arbeitergruppen da ­ gegen schneiden bei den Vergleichen sehr schlecht ab. Besonders zu verzeichnen ist die starke Kiankenziffer bei verschiedenen Gruppen und die hohe Unfallziffer. W. T. Der Bergmannsgruß „Glück auf!“ stammI aus dem 17, Jahrhundert. K. T. Ein Abkommen über die soziale Sicher ­ heit zwischen Frankreich und dem Saarland wur ­ de im vergangenen Jahre ratifiziert M. F. Halten Sie sich wegen des Autounfalls an den Besitzer des Wagens, nicht an den Fahrer. Wette. Luxemburg haf29t 000 Einwohner, das Saarland nach dem Stande vom 1. 1. 1950 935 507. Luxemburg ist 2586 qkm groß, das Saarland 2567 qkm. H. R. Sbr. In der Praxis stimmt es, daß sich in Frankreich ungefähr die doppelten Sätze für die Familienzulagen ergeben, was zum Teil dar auf xurückgeführt werden kann, daß die Kinder ­ zahl durchweg geringer ist. Lohn- und Tarifvertragsfreiheit in Frankreich Ein wirtschaftliches und soziales Ereignis von weittragender Bedeutung Bekanntlich war es eine der Bedingun ­ gen, unter denen sich die Sozialisten Frankreichs im November vorigen Jhrs. an der Regierungsbildung des Kabinetts Bidault beteiligten, die gesetzliche Wie ­ derherstellung der Kollektivvertragsfrei ­ heit. Bei der Vorstellung der Regierung vor dem Parlament war diese Aufgabe als einer der dringlichsten Programm ­ punkte in der Regierungserklärung ent ­ halten. In ihren außerordentlichen Sitzungen Anfang Januar 1950 befaßte sich die fran ­ zösische Nationalversammlung mit einer entsprechenden Gesetzesvorlage und nahm sie in 1. Lesung mit 331 gegen 185 Stimmen an. Damit wird die Wiederein ­ führung der Freiheit der vertraglichen Lohnfestsetzung zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern kn Rahmen na'ionaler, regionaler und lokaler Tarifverträge ge ­ setzlich neu geregelt. Für die Annahme stimmten die verschiedenen Parteien der Regierungsmehrheit. Die Kommunisten stimmten dagegen und die „GaulistenV * ** und Gemäßigten enthielten sich der Stimme. Obwohl das Gesetz und vor allem seine Fassung leidenschaftlich im Parla ­ ment und außerhalb desselben — insbe ­ sondere von den Gewerkschaften heiß umkämpft wurde, hatte die Regierung da ­ rauf verzichtet, die Vertrauensfrage zu stellen und dadurch verhindert, daß das Wahlergebnis durch polnische Manöver verfälscht wurde. Vor seinem Inkrafttreten muß das Ge ­ setz noch vom Conseil de la Republique (Senat) genau überprüft und in 2." Lesung von der Nationalversammlung angenom ­ men werden. Es ist iedoch voraus zu sehen, daß an der jetzt bestehenden Form der Fassung nur unwesentliche Veränderun ­ gen von sekundärer Bedeutung vorgenom- men werden. Im Hinblick auf die gestellte Dringlichkeit ist mit dem Inkrafttreten des Gesetzes in etwa 3 bis 4 Wochen zu rechnen. Nähere Einzelheiten Nach dem neuen Gesetz sollen die Lohn- und Arbeitsbedingungen im Rah ­ men von Kollektivverträgen in allen Be ­ rufen der Industrie, des Handels, der Landwirtschaft, den freien Berufen für die Beschäftigten gewisser Staatsuntemeh- men kommerzieller Art, die keine Beam ­ ten beschäftigten, Hausangestellte, Heim ­ arbeiter usw. geregelt werden. Ausge ­ nommen sind die nationalisierten In ­ dustrien wie Kohlenbergbau, Elektrizitäts- Gaserzeugung und Versorgung. Ei ­ senbahn, Luftverkehr usw., deten Beschäf ­ tigten einen besonderen Ftersonalstatut unterstehen. Dagegen können die staat ­ lichen und kommunalen Unternehmen, die im öffentlichen Wettbewerb stehen —wie die Automobilwerke Renault — die ver ­ staatlichten Flugzeugwerke, nationali ­ sierten Banken und Versicherungen Kol ­ lektiv-Verträge abschließen. Die Ausdeh ­ nung eines Kollektivvertrages auf alle Arbeiter und Angestellten innerhalb eines territoriaten Anwendungsgebietes Ist nicht unbedingt automatisch, sondern dem freien Ermessen des Arbeitsministers überiassen. Weiter enthält das Gesetz Be ­ stimmungen über den obligatorischer. Vergleich, die fakultative schiedsrichter ­ liche Entscheidung, ein von der Regierung festru c etzenäes, garantiertes nationale- u. interberufliches Lohnminimum und die Fortdauer des Arbeitsverhältnisses im Streikfalle. Al’e Kollektiwerträge müssen grund ­ sätzlich die freie Ausübung des gewerk scRaftlichen Rechts, die Meinungsfreiheit die Lohnbasen nach Berufsgruppen, dir "instellungs- und Entlassungsbedrngun- qen, Kündigungsfristen, Urlaub, Regelung der Lehrzeit, die Anwendung des Grund ­ satzes: „Gleiche Arbeit — gleicher Lohn 1 üir Männer und Frauen enthalten. Unbegrenzt und fakultativ können ir den Tarifverträgen Abmachungen übe' die Entlohnung von Ueberstunden, Nacht- und Sonntagsarbeit, Denstalterzulagen, Leistungs- und Geschickli-hkeitsprämien, Umzugsvergütungen usw. getroffen wer ­ den. Für kollektive Streitfälle ist ein zwangsläufiges und unmittelbares Ver ­ gleichsverfahren enthalten. Streitfälle, die in einem solchen Vergleichsverfahren nicht vorgesehen sind, werden vor einer nationalen oder regionalen Vergleichs ­ kommission verhandelt. Das Verfahren kann von Arbeitgebern, Arbeitnehmern, dem Arbeit »minister oder seinem Vertre ­ ter, oder dem Präfekten angestrengt wer ­ den. Schiedssprüche sind fakultativ u. nicht obligatorisch. Die Kollektivverträge kön ­ nen »einen schiedsrichterlichen Entscheid vorsehen und di® Schiedsrichter mit Zu ­ stimmung beider Parteien bestimmen. Fehlt eine derartige Bestimmung in ei ­ nem Kollektiwertrag, so können beide Parteien entscheiden, ihren Streifall zu ­ nächst einem Schiedsgerichte zu unter ­ breiten. Bei schiedsrichterlichen Entscheidungen ist an sich keine Berufung möglich. Ein höheres Schiedsgericht ist jedoch für Fälle von Machtübergriffen und Gesetzes ­ verletzungen vorgesehen. Dem Arbeitsmi ­ nister steht zur Begutachtung und Bera ­ tung eine hohe Kommission zur Verfü ­ gung, die sich aus 36 Mitgliedern zusam mensetzt. Außer dem Vertreter des Ar- beits- und Wirtschaftsministeriums und dem Präsidenten der Sozialabtei'ung des Staatsrates, setzt sich die Kommissio aus 15 Vertretern der Arbeitgeber, 15 Ver tretem der Arbeitnehmer und 3 Vertre tera der FamilienorgoniNationen zusam men. Diese Kommission hat ebenfalls die Aufgabe, Gutachten über den garantier ­ ten nationalen und interbetuficben Min destlohn dem Ministerrat zu unterbreiten. Festgesetzt wird aber dieser Mindestlohn durch Kabinettsbeschluß. Das sind im großen und ganzen die we ­ sentlichsten Bestimmungen des Gesetzes ’iber die Wiedereinführung freier Kollek- iwerträge. Sofort nach seiner Veröffent lichung wird es also möglich sein, im Rahmen nationaler, regionaler und loka ­ ler Kollektiwerträge freie Lohnvereinba rangen zu treffen. Die Folgen der Durch ­ führung dieses Gesetzes werden für das französische Wirtschafts- und Sozialleber von weittragender Bedeutung sein. E r handelt sich nicht nur darum, auf dem Gebiete der Lohnregelung, die seit 193? bestehende Staatslenkung zu beseitigen, ondern die Beziehungen zwischen Ar ' eifrehmem und Arbeitgebern neu zu re tehh mit anderen Worten also, den sozia 'an Frieden durch die Anstiebung sozia- ter Gerechtigkeit zu sichern. Daß die französischen Gewerkschafter mit aller Energie sich für die Wiederein Stellung der Koilektiwertragsfieihei' ein ­ mütig eingesetzt haben, braucht siche' rieht betont zu werden. Der Generalstreik vom 25. 11, vorigen Jahres diente neben der Forderung einer provisorischen mo ­ natlichen Teuerungszulage von 3000 Frs. insbesondere dazu, auf das französische Parlament und die Regierung einen Druck zur Beschleunigung der Annahme dieses Gesetzes auszuüben. Bei der praktischen Anwendung dieses Gesetzes hängt es allerdings von der kämpferischen Kraft der Organisationen der Arbeitnehmer ab, nunmehr den schon lange fälligen Ausgleich zwischen Löh ­ nen und Piei^e.j zu erreichen und damit so oder so die Kaufkraft der breiten Mas sen zu heben. Bei der Zerissenbeit der französischen Gewerkschaftsbewr guna und dar Kampimüdigkeit weiter Kreise der Arbeitnehmerschaft werden die er ­ sten Kontakte zwischen Arbeitnehmer u. Arbeitgeber lehren, in wieweit d:e~e Neu- rege u 'g auf lohn-o’i'ischen und arbeits ­ recht ichen Gebiete für die französischen Werktätigen von Vorteil sein kann. Auf lange Sicht gesehen kann sie zweifellos der so sehr durch politischen Mißbrauch komnromrttie ei Gewerkschaft i ’ee.neu ­ en Inhalt und neuen Aufschwung geben. A. P„ Paris Beschlüsse des Gewerkschaftsausschusses Die 1. Sitzung des Gewerkschaftsaus ­ schusses, über die wir bereits i i der letz ­ ten Ausgabe berichten konnten, kam über die bereits mitgeteilten Einzelheiten hin ­ aus, u. a. noch zu folgenden Ergebnis ­ sen: Die Organisationskomrrission wurde mit der Aufgabe betrau f , die erforderli ­ chen Maßnahmen in die Wege zu leiten, um die Verwaltung deT Kreisgaschäfts- stal an auf die Industrieverbände überzu ­ führen. Auf Grund gefaßter Beschlüsse sind auch die Vorarbeiten im Gange, um die Ortsausschüsse entsprechend der örtli ­ chen Stärke der Industrieverbände zu ­ sammensetzen. Bis zum Abschluß der Vorarbeiten bleibt es bei der bisherigen Regelung. Von der Neuorganisation, zu de ­ ren endgültiger Gestaltung es noch man ­ cher Anstrengungen bedarf, verspricht man sich mit Recht in vieler Hinsicht ei ­ nen neuen starken Auftrieb der Gewerk ­ schaftsarbeit. Es wurde schon mehrfach darauf hin- gewiesen, daß unsere Versammlungekam- oagnen zentralisiert werden. Versamm- ’ungen der Einheitsgewerkschaft können nur noch vom Landesvorstand oder reit dessen Gecehmigung-einberuten werden. Die Entscheidung, welche Referenten zu solchen Versammlungen entsendet wer ­ den, liegt ebenfalls beim Landesvorstand. r üxf Versammlungen der Industriever-' bände sind dagegen diese nach wie vor selbst zuständig. Die vorerwähnte Regelung wurde ge ­ troffen, um einen einheitlichen Ueber- hlick über das Versammlungswesen zu haben, ferner um dte Versammlungstätig- keit besser aufeinander ab stimme n zu können' tmd um dem Landesvorstand d : e Möglichkeit zu geben, über dt« zu ent ­ sendenden Referenten rechtze’tiq und am zweckmäßigsten disoonteren ra können. Bisher war es häufia der Fall, daß Orts ­ ausschüsse Versammlungen anberaum ­ en, plötzlich wurden von mehreren Sei ­ ten gleichzeitig Referenten beantragt — unter Umständen dieselben — und es entstanden so mancherlei Schwierigkei ­ ten und Reibungen. Durch die Neurege- ung werden diese in Zukunft beseitigt. Schon bald nach der 1. Sitzung hat sich der Gewerkschaftsausschuß bereits zn ei ­ ner 2. Sitzung auf Grund eines DringÜch- kei-scmtrages versammelt. Näheres hier ­ über ist an anderer Stelle dieser Ausgabe veröffentlicht. Herausgeber: Hauptverwaltung der Ein ­ heitsgewerkschaft, Saarbrücken 3, BrauersU. 6-8. Verantwortlich für den Gesamtinhalt: Heinrich Wacker. Redaktion: Sozial- und Wirtschafts ­ politik C. Schuhler, Industrieverbände, Jugend sowie Feuilleton I. P Wambach. — Druck: Druckerei Saar-Zeitung Di Nikolaus Fontaine, V or den Schülern der Akademie der Ar ­ beit hielt Dr. Semansky, Dozent an der me ­ dizinischen Fakultät Homburg, einen interes ­ santen Vortrag über di« Gesundheitsscfaä- den in Industriegegenden. Seine Ausführun ­ gen sind von allgemeiner Bedeutung; denn was von Industriegegenden gesagt wurde, trifft gerade für unsere Heimat zu. Deshalb erscheint es uns angebracht, das Wesent ­ liche seines aus reicher Erfahrung resultie ­ renden Vortrages in folgendem Bericht zu veröffentlichen. Wenn wir uns gelegentlich eines Spa ­ zierganges auf eine Anhöhe, beispiels ­ weise bei Klarental oder in Völklingen auf den Kreuzberg begeben, um einen Blick über d:e Heimat zu werten, dann stellen wir fest, daß zahlreiche Indu ­ strieanlagen mit ihren nicht minder zahl ­ reichen Schornsteinen und Sinteranlagen den Charakter unserer Landschaft bilden. Rauch und Gase verschleiern die Ge ­ gend. Bedenken wir, daß täglich im Saar ­ land zirka 30 000 kg Staub von den Schlo ­ ten ausgestoßen werden, so ist es ver ­ ständlich, daß dies die Gesundheit von Mensch und Tier beeinflussen kann. Un ­ geheuere Mengen sind es, ultramikros- kepisch klein, 1/1000 mm groß (1 gr. Quarzstaub — 6 Milliarden Staubköra ­ chen), die sich tagelang in der Schwebet halten. Nicht nur Stcrüb, sondern auch Ruß und Oase werden ia rauhen Men- Gesundheitsschäden gen in Industriegegenden verbreitet. In stärkstem Maße wird so die Atemluft der Industriebevölkerung beeinträchtigt. Die Erscheinungen der Gesundheits ­ schäden machen sich an allen Lebewe ­ sen, auch an Pflanzen, mannigfaltig be ­ merkbar. Es wurde festgestellt, daß die Lunge der Menschen im Industriegebiet meist ganz schwarz ist. Gegenüber Vil ­ lenvierteln tritt in Industrie-Stadtteilen der Lungenkrebs häufiger auf. Ob dies aus ­ schließlich auf Staub und Gase zurück ­ zuführen ist, bleibt dahingestellt, doch gibt es zu Ueberlegungen und Nachfor ­ schungen Anlaß. Dr. Semansky brachte ein Beispiel aus einem langgestreckteg Tal an der Maas bei Lüttich, in dem sich zahlreiche Hütten- und Metellwerke be ­ finden. Ueber dtern Tal lag im November des vergangenen Jahres dichter Nebel. Tausende Menschen erkrankten ganz S lÖtzlich. Hustenreize, Augentränen, lerzschwäche machten sich bemerkbar. Die Sterblichkeitszifter stieg, Man glaubte an eine Epidemie. Der Staat leitete Un ­ tersuchungen ein, Leichen wurden ge ­ öffnet. Die Entzündungen der Lungen- und Atmungsorgane und die eigenartige Er ­ krankungen der Tiere auf den Weiden lie ­ ßen auf Kohlenoxyd und Kohlendioxyd schließen. Am 5. Dezember war der Ne ­ bel zu r üc kge gangen und die Erkrankurv- in Industriegebieten gen hörten auf. Ein ähnliches Beispiel sei aus der Ge ­ gend von Freiburg berichtet, das von gro ­ ßen Waldungen umgeben ist. Die Forst ­ hochschule in Taran stellte ein Bienen- aussterben fest, außerdem Behaarungs ­ schäden beim Wild, Lährr ungserschei^un- gen und bei den Haust teren starke Ab ­ magerung und Reiz der Luftwege. Bei an ­ haltendem Regen stellten sich Fischer ­ krankungen ein. Das Rotwild hatte be ­ sonders unter der Lähmung zu leiden. Durch Prüfung des Mageninhaltes ver ­ endeter Tiers wurde die Beweiskette ge ­ schlossen. Die Arsenhütten der Umgebung u. der Auswurf von täglich einem Zentner Arsenik, das sich unaufhörlich über den Wäldern langsam niederläßt, verursach ­ ten die seltenen Erkrankungen der Tiere. Die Beispiele könnten be'iebig fortge ­ setzt werden. Auch der Haldenbrand ei ­ ner saarl. Grube wurde vor einiger Zeit in der Presse zitiert. Verschiedene Ort ­ schaften wurden durch den Rauch und die Gas« in Mitleidenschaft gezogen. Un ­ tersuchungen ergaben, daß die Beriese ­ lungsanlage auf deT Halde wieder in Tä ­ tigkeit gesetzt werden mußt®. Durch genaue Untersuchungen kommen die verschiedensten Abgase, die nach ­ teilig die Gesundheit der Menschen und Tiere beeinträchtigen, io Frage, so z. B. Ruß, Kohlenrauch, Kohlenlöschdämpte, Koksofenfüllgase, in denen Teernebel ent ­ halten sind. Die Frage, was zur Vermei ­ dung der Abgase und zum Schutze der Industriebevöikerung cetan werden soll, ist natürlich nicht einfach zu beantwor ­ ten. Zur Zeit ist man im Saarland dab:i, aus den verschiede osten Gegenden Luft ­ proben zu entnehmen, um sie eingehend zu untersuchen. ** * Zur Vermaidung der schö^lrphen Ab ­ gase in industriereichefi Gegendten und zum Schutze der Anwohner, zum Ta l auch in der Reichsgewerbeordnung (im Saar ­ land noch in Kraft) in den §§ 16 ur.d 18, 25 und 26 und BGB. 906 und 907, bespro ­ chen, kann'folgendes getan werden: Der Rauch kann durch den Einbau technischer An'a en zwar rieht verhüte', do:h veess t- lich eingeschränkt werden. Es wurds die Erfahrung gemacht, daß Entstaubungsan ­ lagen ganz verschieden angewandt, sich amortisierten. Das Höherbauen von Kä ­ mmen ist nicht selten eine Notwendig ­ keit und gesetzlich vorgeschrieben. Nicht zuletzt kann durch sachgemäße Heizung 50 Prozent des anfallenden Staubes ver ­ mieden werden. Bei Neu Planungen von Industrie sei darauf zu achten, daß sie von Wohnvierteln abgelegen und von Grüngürteln und Anlagen umgeben sind.