einzig auf das gemeinsame Mittel-Wollen seiner Mitglieder ge- stellt ist. Dieses von edlen Mitgliedern des menschlichen Be- wußtseins als Mittel Gewollte kann nun entweder frei oder ge- zwungen gewollt sein. Das Pflichtwollen in jeder „Gesellschaft“ ist darum entweder Zwangswollen oder freies Wollen. Wer z. B. einem Ruderklub zugehört, muß beim Rudern eine bestimmte Mütze tragen wollen, er mag es, wie man zu sagen pflegt, ,,wollen oder nicht“, d. h. es frei oder gezwungen wollen. Diejenige Lebenseinheit aber, die wir im Unterschied von der „Gesellschaft“ die „Gemeinschaft“ nennen, in der das Wollen ihrer „Glieder“, gleich wie das Wollen der „Mitglie- der“ in der „Gesellschaft“ und wie das Wollen der „Gehorchen- den“ in der Herrschaft, ausnahmslos Pflichtwollen bedeutet: diese zweite Lebenseinheit kennzeichnet sich als besondere da- durch, daß das Pflichtwollen ihrer Glieder ausnahmslos freies Pflichtwollen ist. Vergleichen wir das Pflichtwollen der drei besonderen Ein- heiten von Bewußtseinswesen, so heben sich Pflichtwollen in der Herrschaft und Pflichtwollen in der Gemeinschaft rein und sauber dadurch voneinander ab, daß jenes ohne Ausnahme als Zwangswollen und dieses ebenso ausnahmslos als freies Wollen auftritt. Gäbe es nur Pflichtwollen in der Herrschaft oder in der Gemeinschaft, so wäre im einzelnen Fall sofort festgestellt, welcher Einheit, ob Herrschaft oder Gemeinschaft, ein gezwun- gen wollendes und ein freiwollendes Bewußtsein zugehöre, vor- ausgesetzt natürlich, daß dieses Bewußtsein überhaupt einer Ein- heit zugehört. Es gibt aber, wie wir wissen, noch die dritte Einheit von Bewußtseinswesen, die „Gesellschaft“, und an ihr zeigt sich das Pflichtwollen der „Mitglieder“ das eine Mal als Zwangswollen, das andere Mal als freies Wollen. Darum läßt sich aus der Tatsache eines Zwangswoliens oder eines freien Wollens noch nicht sicher entnehmen, welcher Einheit von Bewußtseinswesen ein Bewußtsein, das gezwungen oder frei will, zugehört, obwohl allerdings sicher feststeht, daß es, wenn 40