10 Die Möglichkeitserwägung. ren Körper, das Phänomen der Embryologie, die Ge- schichte, der Begriff des Sich-Bewegens überhaupt, das „Erkennen“, der Begriff „Schluß“ und was sonst noch. Was also meinst du eigentlich und was willst du weiterhin untersuchen ? Natürlich kann deine Untersuchung nur das betreffen, was du meinst. Wenn du also die schweren Körper in ihrer Bewegung meinst, so meinst du nur sie, und zwar so, wie du sie meinst, und für nicht schwere Körper braucht deine Erwägung nicht zu gelten. Aber eine Erwägung über Bewegung überhaupt muß auf jede Bewegung passen. Das „Erkennen“ auch z. B. mußt du ganz sorgfältig festlegen („definieren“), ehe du es untersuchst. Das Wort „Erkennen“ wird ja in recht verschiedenen Bedeutungen gebraucht. Deine Feststellungen gelten natürlich nur für das, was du damit meinst. Aber das mußt du in Schärfe sagen. Sind z. B. mathematische Sätze „Erkenntnisse“ ? Es kommt auf deine Definition von Erkennen an. Zweitens: Hast du festgelegt, was du meinst — (wie nachlässig ist man hier manchmal, z. B. bei der Verwen- dung des Wortes „Freiheit“!) — so hast du damit in ge- wissem Maße schon zergliedert. Nun kommt aber der zweite Akt der Zergliederung, die Zergliederung um ihrer selbst willen. Das da also hast du vor dir. Hast du schon seine letz- ten, nicht weiter zergliederbaren, also „einfachen“, „ele- mentaren“ Bestandteile ? Was aber heißt das, und wie weißt du, daß du einen elementaren Bestandteil vor dir hast ? Hier hilft wohl nur das „klare und deutliche“ Schauen des Descartes. Freilich gibt es Gebiete, auf denen so- genannte Übung später als zusammengesetzt erfassen