VIII Vorrede. Descartes über Locke, Berkeley und Hume bis zu Leibniz und Kant vergeblich gewesen. Die Gefahr des Zuviel an Unzerlegbarem, an „Kate- gorien“, aber ist viel größer als ihr Gegenstück, also etwa als der alles viel zu einfach nehmende amerikanische Behaviorismus, als mechanische Theorie — (nicht als, sehr berechtigte, Methode!) —genommen, weil Lücken leichter gesehen werden als Überflüssigkeiten. Wir sind die letzten, die leugnen, daß es des von der Vernunft Unerreichbaren ungeheuer viel gibt, ja daß das vernünftige Wissen nur ganz Weniges vom Wirklichen trifft, daß unser Wissen wahrhaft „Stückwerk“ ist. Aber die Stücke des Wissens klar sehen zu wollen, scheint uns nicht unmöglich zu sein; und es scheint uns sicher zu stehen, daß klar sehen, wo es möglich ist, den Vorzug vor verworrenem Sehen verdient. Klar sehen aber heißt ge- gliedert sehen, und das heißt, die Auflösung des Zusam- mengesetzten soweit treiben, wie es nur irgend geht. Verzicht auf Auflösung, wo sie noch möglich wäre, scheint uns ganz vornehmlich der gefahrvolle Fehler mancher heutiger Philosophenschulen zu sein. Das betrifft auch ganz vornehmlich die Verwendung des Begriffs der Ganzheit, wie sie heute üblich ist. Gerade hier aber ist es für den Verfasser dieser Schrift Pflicht, ein Wort der Warnung auszusprechen; denn er ist in erster Linie ver- antwortlich für die Einführung dieses Begriffs in die neuere Philosophie und wünscht nicht, daß ihm Verwen- dungen dieses Begriffs zur Last gelegt werden, an denen er sich völlig unschuldig fühlt und die er für höchst ge- fährlich für den Fortgang klarer echter Philosophie an- sieht. — Gestaltet ist diese Schrift als eine Reihe von Vor- schriften für den, der Philosophie zu lehren hat. In diesem