ihm niemals beschieden sein. Seine Kraft reicht nicht weit genug, sein Blick ist nicht scharf und klar genug, um die Zone der Gegebenheiten zu durchdringen und in die Höhe der ewigen Werte zu gelangen. Dazu be- darf cs einer fundamentalen Wendung, einer meta- physischen Wendung von Grund aus, nämlich der me- taphysischen Erhebung zur Idee, der vielleicht ge- waltigsten, kühnstem aufregendsten, entscheidendsten Tat des Geistes. Daß ums Menschen diese Tat, diese Wendung möglich ist, mögen wir sie nur denken, mö- gen wir sie unter besonders begnadeten Umständen ein Stück weit auszuführen vermögen, ist ein \\ under. Dieses Wunder weist hin auf geheimnisvolle Tiefen un- seres Wesens und auf Kräfte von unerhörter Gewalt in diesen Tiefen. Mit tausend Banden sind wir Men- schen an die Zeitlichkeit, an bestimmte Räumlichkei- ten, an hundert menschlich allzu menschliche Ver- hältnisse gefesselt. Und nun doch diese metaphy- sische Wendung! Sie ist der Mittelpunkt und das Herzstück der Religionsphilosophie des Idealismus. 2. Idealismus und Leben. a) Oie metaphysische Wendung zur Idee des absoluten Wertes. Der Freiheitsgedanke. 1. Der positivistische und realistische Zug in den Wissenschaften verstärkt, soweit er sich auf den Men- schen bezieht, in uns immer mehr das Gefühl unserer 214