tern der Philosophie im Ton des Gebotes und mit ein- leuchtenden und eindrucksvollen Begründungen ge- fordert wird 1), auch dann könnten von der Philoso- phie die Krisen und Revolutionen nicht ferngehalten werden. Denn auch der Logos hat seine Dialektik, seine Antinomien. Und es ist eine falsche, weil ein- seitige Auffassung vom Wesen der logischen Dialektik, sie mit Hegel in einem harmonistischen Sinne zu ver- stehen, als wenn These und Antithese in der Synthese ihren, wenn auch nur vorläufigen und relativen Aus- gleich fänden. Der Logos arbeitet in der Philosophie in einer anderen Weise als in den reinen Vernunftwis- senschaften, z. B. in der Mathematik und in der Logik. I nd auch bei ihnen ist die Frage noch offen, ob sie wirklich Vernunftwissenschaften im vollen Sinne dar- stellen. Denn das eine ist die Begriffsbestimmung ei- ner Wissenschaft, und in sie läßt sich leicht die Forde- rung nach einer reinen Vernünftigkeit mitaufnehmen, das andere aber ist die Ausführung. Nehmen wir jedoch einmal an, daß in der Philoso- phie der Standpunkt und die Methode des Logos rein zur Geltung gelangten. Auch dann geriete die Philo- sophie in eine, aus den schwersten Angriffen gegen sie hervorgehende Krise. Man braucht die Einwände, die von der Seite der mehr oder minder irrationalisti- schen Lebensphilosophie (Friedrich Nietzsche und Wilhelm Dilthey, Henri Bergson, Ludwig Klages usw. x) Vgl. das anregende nnd eindringende Buch von Emil Utitz „Die Sendung der Philosophie in unserer Zeit“, Leiden 1935, z. B. S. 11, 13, 115, 128, 137, 142. 31