Zur Lehre vom Gemüt. 57 Gegenständlichen und dem Zuständlichen seines Bewußtseins- augenblicks zu erörtern. In der Einheit, die der einzelne Bewußtseinsaugenblick darstellt, haben wir schon die Zusammengehörigkeit des in dieser Augenblickeinheit, abgesehen von dem maßgebenden Gegenständlichen, gegebenen anderen Gegenständlichen über- haupt mit der Lust und Unlust dieses Bewußtseinsaugenblicks festgestellt (s. S. 39 ff.). Aus diesem Gegenständlichen nun hebt sich das von uns als das „begleitende“ Gegenständliche im „Gefühl“ Bezeichnete noch in besonderer Zusammengehörig- keit mit dem „maßgebenden“ Gegenständlichen heraus, wo- durch es dann auch ein für das in demselben Bewußtseins- augenblicke gegebene Gefühl wichtigerer Umstand wird, als das etwa sonst noch sich findende übrige Gegenständliche (außer dem „maßgebenden“) dieser Augenblickeinheit. Die Tatsache eines solchen besonderen Zusammens in einem Bewußtseins- augenblick ist ja unleugbar; es kommt also nur noch in Frage, wodurch die „begleitende“ Körperempfindung des „Gefühls“, z. B. des Zahnschmerzes, des Hungers, des Ekels, der „ästhe- tischen“ Freude, der Hoffnung, der Langeweile, der Angst, des Hasses, des Neides usf. ihrerseits bedingt ist. Zwei Möglich- keiten liegen vor: Diese Empfindungen sind hervorgerufen ent- weder unmittelbar durch das Gegenständliche, das, als im Blickpunkt des Bewußtseins gelegen, das „maßgebende“ für das Gefühl ist, oder unmittelbar durch einen physiologi- schen Vorgang, der seinerseits wieder durch den, die Be- dingung für das „maßgebende“ Gegenständliche ausmachenden physiologischen Vorgang bedingt ist. Für welche von beiden Möglichkeiten man sich auch entscheiden mag, die not- wendige Verknüpfung des maßgebenden Gegenständlichen und der „begleitenden“ Körperempfindung ist in jedem Falle damit anerkannt, und darauf kommt es uns hier an. Dadurch wird eben verständlich, daß die „begleitenden“ Körper- empfindungen mit dem „maßgebenden“ Gegenständlichen und der Lust oder Unlust ein besonderes Zusammen im Bewußt- sein bilden können, von dem das sonstige Gegenständliche des Bewußtseinsaugenblickes als mitlaufendes Gegenständ- liches sich abhebt.