1856, 1867), z. B. Pfalz-Saarbrücker Bezirksverein (1856)9. Vielleicht darf man auch hierin bereits Spuren des beginnenden Zusammenwachsens der Region sehen. Mit den nachfolgend besprochenen Benennungen war offensichtlich nur das preußische Saarrevier gemeint. Einen weiteren Orientierungspunkt - allerdings sehr viel weniger häufig - fand man im fraglichen Zeitraum bis 1870 im Fluß Saar10, der auch Saarbrücken den Namen gegeben hat: Abgesehen von der Bezeichnung „an der Saar“ (1799, 1847, 1861) sind zu nennen die Begriffe „Saargebiet“ (1832, 1864, 1867-1870), „Saargegend“ (1845, 1855, 1868), „Saarbecken“ (1870). Von größtem Interesse - schon von seiner relativen Häufigkeit her und im Blick auf die spätere Entwicklung - ist der Name „Saargebiet“11. Bereits seit längerem ist bekannt, daß er erstmals 1832 mit der „Topographischen Karte des Saargebiets“ auftaucht12. Sie zeigt das Gebiet des deutschen Teils des Saarflusses von der Saarbrücker Gegend bis zur Mündung, d. h. die preußischen Kreise Saarbrücken, Saarlouis, Ottweiler, Merzig und Saarburg, nicht die angrenzenden bayerischen, sachsen-coburgischen und oldenburgischen Gebiete. Der Begriff wird demnach noch ganz im urspünglichen Sinne gebraucht, d. h. noch nicht eingeschränkt auf das Industrierevier an der mittleren Saar. Nach dem vorliegenden Befund scheint es demnach erst in den 1860er Jahren zu diesem neuen, engeren Begriff „Saargebiet“ gekommen zu sein13. Für die Benennung unseres Raumes nach 1870 bis zum Ersten Weltkrieg gilt zunächst, daß vereinzelt der Name des Zentralortes Saarbrücken zur näheren 9 Pfalz-Saarbrücker Bezirks-Verein Deutscher Ingenieure, gegr. in Kaiserslautern 1856. Der anschlie¬ ßende Pfälzer Raum griff tätig in den preußischen Saarraum über: Der „Pfälzische Dampfkessel- Revisions-Verein zu Kaiserslautern“ prüfte 1888 109 Kessel im benachbarten Gebiet der Saar und Nahe (HAßLACHER, wie Anm. 5, S. 137). 10 Nicht unbeachtet bleiben sollte, daß parallel dazu sehr bald seit der 1. Hälfte des 19. Jhs eine Fülle von Zusammensetzungen mit „Saar“ auftaucht: „Saarbote“, „Saarzeitung“, „Saarkohle“, „Saargru¬ ben“, „Saarbahnen“, „Saarkanal“, „Saarkalender“, „Saarpost“, „Saarmuseum“. 11 Vgl. die Belege auch bei H.-W. Herrmann (Saarrevier, wie Anm. 2), S. 12 f. - F. Jacoby: Die nationalsozialistische Herrschaftsübernahme an der Saar (Veröffentlichungen der Kommission für Saarländische Landesgeschichte und Volksforschung VI), Saarbrücken 1973, S. 20, verweist auf eine weitere frühe Nennung, auf A. HANSENS Schrift „Vorschlag zur Bildung eines Vereins von Intelligenz, Gewerbe und Kultur im Saargebiet“, 1836. 12 „Topographische Karte des Saargebiets im Königl. Preuß. Regierungsbezirk Trier. 1832. Mit Genehmigung der Direktion des statistischen Büreaus zu Berlin nach dem Entwurf des Steuer-Raths von PoSECK zu Saarbrücken. Der Ertrag ist für arme Schüler in den Fünf Kreis-Städten des Saargebiets bestimmt. Gez. von Fr. v. POSECK II. Lithographiert von C. Rihm zu Cöln“. Kolorierte Lithographie. M. ca. 1:175.400. Größe der inneren Kartenumrandung: H. 37,7 x Br. 39,4 cm. - Die Legende l.u. erläutert die Signaturen der eingezeichneten Industrien der Region, der Weinberge, der Grenzzoll- u. Steuerämter, der „Naturmerkwürdigkeiten“, der „Alterthümer“ etc. Die Eriäuertung r. o. listet jeweils sechs dieser „Naturmerkwürdigkeiten“ und „Alterthümer“ auf. - Ein Exemplar der Karte befindet sich im Landesarchiv Saarbrücken (Best. Karten Nr. 2/10). Ein weiteres Exemplar: Kartensammlung des Historischen Vereins für die Saargegend, XI 64, Saarlandmuseum. - Eine Umzeichnung der Karte, in: „Beiträge zur geschichtlichen und wirtschaftlichen Entwicklung des Industriegebiets an der mittleren Saar“. Tagung Saarbrücken 1956, Bonn 1956 (hektografiert), nach S. 27. 13 Das darf man feststellen, obwohl die „Statistik“ durch die Aufnahme mehrerer Titel eines einzigen Autors etwas „verzerrt“ sein mag. F. Winter mit Arbeiten zur Flora benutzt durchweg „Saargebiet“ (1864, 1868, 1869, 1875, 1877; Haßlacher, wie Anm. 5, S. 60), 369