Saarbrücken“, „Bergamtsbezirk Saarbrücken“, zumal sie nur Teile der Saarregion bezeichneten. Aufzumerken ist jedoch immer dann, wenn von den „südlichen preußischen Rheinkreisen“ oder von den „südlichen Kreisen des Regierungsbezirks Trier“ die Rede ist4, weil sich bereits hierin die besondere Gewichtung der Region zeigen kann. Ersten Aufschluß mag die im Anhang abgedruckte Zusammenstellung von Nennun¬ gen bis 1870 geben, d. h. bis zum Beginn der Hochindustrialisierung an der Saar5. Bei aller, auf den ersten Blick großen Vielfalt läßt sich bei näherer Betrachtung doch strukturieren. Auffallend, aber letzten Endes nicht verwunderlich ist, daß die weit überwiegende Zahl der Autoren sich an dem Hauptort der Saargegend orientierte, der Stadt Saarbrücken6, die mit dem auf der östlichen Saarseite liegenden St. Johann von altersher eine Doppelstadt bildete. Auch sonst ist bis nach 1900 zu beobachten, daß sich die Titelgebung sehr stark an Ortsnamen anlehnte7. Saarbrücken war einst Mittelpunkt der Grafschaft Nassau-Saarbrücken gewesen, dann in französischer Zeit bis 1814 allerdings nur Sitz eines Arrondissements im Saardepartement mit seiner Hauptstadt Trier. Im Verlauf der Industrialisierung wuchsen der Stadt immer mehr zentrale Funktionen zu. 1909 vereinigten sich die Doppelstadt Saarbriicken-St. Johann und das benachbarte Malstatt-Burbach zur Großstadt Saarbrücken. Der Bereich, den man umschreiben wollte, wird in Verbindung mit dem Stadtna¬ men Saarbrücken, auch in Verbindung mit St. Johann, mit den unterschiedlichsten Begriffen belegt: Bezirk, Umgegend, Gegend, Revier, Distrikt, Becken, Land8, oder man formuliert bei-, von-, zu Saarbrücken. Ganz vereinzelt steht „im Saarbrücki- schen“ (1864). Besonders festgehalten werden muß der Versuch, auch die im Osten unmittelbar anschließenden bayerischen Gebiete mit zu berücksichtigen (1847, 4 Gemeint sind die Kreise Saarbrücken Stadt und Land, Ottweiler, Saarlouis und Merzig, noch nicht der Kreis St. Wendel, 5 Um für die Zeit bis etwa 1935 quantitativ auf eine einigermaßen tragfähige Grundlage zu kommen, wurde auf die Titelgebung von Veröffentlichungen zurückgegriffen. Benutzt wurde für die Zeit bis nach 1900; A. Hablacher, Literatur über das Industriegebiet an der Saar, 2. Aufl, (Mitteilungen des Historischen Vereins für die Saargegend, H. 10), Saarbrücken 1910 (für die spätere Zeit vgl. Anm. 36). - Die Risiken des Verfahrens sind mir wohl bewußt, doch scheinen sie mir nicht so gravierend, daß das Ergebnis verfälscht worden wäre. Zu den Risiken gehörten z.B. das mögliche Übergewicht von Bergbauliteratur; auch ist es nicht unerheblich, wer von dem Gebiet spricht, einheimischer oder auswärtiger Autor; ferner wäre zu unterscheiden, ob ein Verfasser von seinem zeitgenössischen Raum spricht oder von dem der Vergangenheit. 6 Verwiesen sei auf den Deutschen Städteatlas, Lief. II, Nr. 13: Saarbrücken, bearb. v. H. Klein, Dortmund 1979 (2. Aufl. 1990); H. KLEIN, Saarbrücken - territoriales und wirtschaftliches Zentrum der Saar,in: BlldtLG 111, 1975, S. 138 ff.; H.- W. Herrmann, Gedanken zum Aufstieg Saarbrük- kens,in: Saarbrücker Hefte 9, 1959, S. 7 ff.; H.-W. Herrmann, Saarbrücken - Stadt an der Grenze,in: Stadt an der Grenze. 26. Arbeitstagung des Süd westdeutschen Arbeitskreises für Stadtgeschichtsfor¬ schung in Miltenberg 13.-15.11.1987, hg. v. B. KlRCHGÄSSNER u. W. O. KELLER, Sigmaringen 1990, S. 119 ff. 7 Im Abschnitt „Zeitungen, Kalender, Adreßbücher“ etc. führt HAßLACHER (wie Anm. 5), S. 5 ff. 79 Titel auf. Davon sind 34 nach Ortsnamen gebildet, 12 nach politischen Gebilden, z.B. Kreisen, 12 nach Flüssen, Gegenden etc. 8 Die beiden Belege betreffen Veröffentlichungen von W. SCHMITZ über die Saargeschichte bis 1815 bzw. die 50Jahrfeiem von 1865, meinen demnach nicht unbedingt ein zeitgenössisches Gebiet. 368