Wolfgang Läufer DER WEG ZUM „SAARLAND“. BEOBACHTUNGEN ZUR BENENNUNG EINER REGION Der Aufstieg der Industrieregion an der mittleren Saar im Verlauf des 19.und 20. Jahrhunderts aus kleinen Anfängen zu einem bedeutenden deutschen Wirtschafts¬ standort und zu der politischen Größe, wie sie sich heute im Bundesland „Saarland“ darstellt, ist vom Jubilar in zahlreichen Vorträgen und Veröffentlichungen auch einem breiten Publikum immer wieder nahegebracht worden1. Dieser Aufstieg hat sich auch in der Namengebung niedergeschlagen. Es sollen hier - zusammenfas¬ send und ergänzend - einige Beobachtungen zur Frage beigesteuert werden, wie der Saarraum während der letzten fast 200 Jahre als Ganzes benannt worden ist2 und wie sich die heutige Verfestigung auf den Namen „Saarland“ ergeben hat. Wenn man in der Öffentlichkeit gelegentlich noch dem Begriff „Saargebiet“ begegnet, wird deutlich, daß auch die Benennung unseres Raumes ihre Geschichte hat. Wie von selbst ergeben sich daraus Fragen nach einer saarländischen Identität, denen hier aber nicht weiter nachgegangen werden kann. Was uns heute als politische Einheit erscheint, war zu Beginn des 19. Jhs - bleibt man beim politischen Bereich - durchaus vielfältig gegliedert: Am Gebiet des heutigen Saarlandes hatten damals Preußen (Preuß. Rheinprovinz), Bayern (Rhein¬ pfalz), Oldenburg (Fürstentum Birkenfeld) und Sachsen-Coburg-Gotha (Fürstentum Lichtenberg/St. Wendel) Anteil3. Eine dies alles zusammenfassende Namengebung hatte demnach keine leichten Hürden zu überwinden. Alle Benennungen aufgrund von Verwaltungsbezirken o.ä. können hier außer Betracht bleiben, wie etwa „Kreis 1 Ich verzichte auf die Nennung einzelner Titel und verweise stattdessen pauschal auf die in der Festschrift enthaltene Bibliographie. 2 Der Jubilar selbst hat dazu mehrfach beigetragen, so: Das Saarrevier zwischen Reichsgründung und Kriegsende (1871-1918),in: Das Saarrevier zwischen Reichsgründung und Kriegsende (1871-1918). Referate eines Kolloquiums in Dillingen am 29./30.9.1988, hg. v. H.-W. Herrmann, Saarbrücken 1990, S. 9 ff., hier S. 11 ff. (vor allem zu den Begriffen „Saarrevier“ und „Saargebiet“), S. 36 ff. (zum Begriff „Südwestdeutsch“). - Zu vgl. auch die Überlegungen von K. Hoppstädter, Saargebiet- Saarland,in: Geschichtliche Landeskunde des Saarlandes, Bd. 1, hg. v. K. HOPPSTÄDTER und H.-W. Herrmann (Mitteilungen des Historischen Vereins für die Saargegend, N.F. H. 3), Saarbrücken 1960, S. 11 ff. 3 Vgl. die Karten der Gebietsstände 1817, 1871, 1919 und 1940 von G. Volz im Deutschen Planungsatlas, Band X, Saarland, Hannover 1965 ff., Karte 3. Eine Karte mit den Grenzen des Saargebietes und des Saarlandes von H. RUDNICK enthält der Geschichtliche Atlas für das Land an der Saar, Saarbrücken 1965 ff. 367