erstellt wurden, so viele wie für kein anderes Mitglied des nassauischen Hauses, was also andererseits belegt, wie hoch im Ansehen der Graf in evangelischen Kreisen geachtet war. Und das zeigte sich ja auch bei seinem Leichenbegängnis. Es scheint bemerkenswert, daß bei Dors in seiner „Genealogia“ sich bis 1632 nur zwei oder drei mit dem Ottweiler Epitaphentwurf wirklich vergleichbare Wand- denkmäler finden. Das ist vor allem das Epitaph des Grafen Philipp III. von Nassau-Wiesbaden-Idstein (t 1566), ehern, in der Mauritiuskirche, jetzt im Hessi¬ schen Landesmuseum zu Wiesbaden, aber unvollständig. Die Zeichnung bei Dors gibt das komplette Epitaph wieder37. Der Graf steht vor einer in den Zwickeln cherubingeschmückten Flachnische, gewappnet, als Ganzfigur. Den Rahmen bilden kannelierte, wappenbesetzte Pilaster mit Blattkapitellen auf einer Sockelplatte mit Eierstab; darunter - von Löwenköpfen flankiert - die Inschrifttafel; als unterer Abschluß noch ein Löwenkopf. Zwei Tänien zieren den Architrav, ein Zahnschnitt¬ fries das Gesims. Im gemuschelten Auszug halten zwei Genien das Brustbildme¬ daillon eines Bärtigen, außen zwei Wappen. Der Aufbau in drei Teilen ist mit dem Albrecht-Epitaph-Entwurf vergleichbar: das Bild des Verstorbenen in der Mitte, beidemale gewappnet und barhäuptig, dann der Pilasterrahmen, Engel oder Cherubine in den Zwickeln, Wappen. Die Proportionen sind allerdings unterschiedlich. Ähnlichkeit besitzen die Epitaphien der Eltern38. Aber man könnte andererseits weiter suchen. 37 Genealogia, S. 162-165, Nr. 33, Abb. 60, 61. 38 Genealogia, S. 157-162, Nr. 32, Abb. 57-59. 232