hang mit Frankreichs Wunsch gesehen werden, Kurtrier nicht allzu offenkundig in das gegnerische Lager abgleiten zu lassen. Auch die erwähnte betonte Anerkennung des Trierer Metropoliten durch den Metzer Bischof ist sicherlich in diesem Kontext zu sehen. Zusammenfassend darf man feststellen, daß die Bübinger Steitsache, so marginal und unbedeutend sie auch auf den ersten Blick erscheinen mag, für den Metzer Bischof dennoch als Anlaß - ich betone als Anlaß - wichtig genug war, sofort zu einer Visitation in den Osten seiner Diözese aufzubrechen, zumal ein solcher Besuch seinen seelsorgerischen Bemühungen entgegenkam. Nach der Abreise aus der Metzer Bischofsresidenz Vic begann die Visitation38 am 18. Mai 1669 mit dem Besuch weniger Pfarreien außerhalb des Archidiakonats Saarburg, nämlich im Archipresbyterat MarsaF9. Vom bischöflich-metzischen Amtssitz Fri¬ bourg aus wurden bis zum 25. Mai dann Pfarreien im Süden des Archipresbyterats Vergaville40 und einige Pfarreien des Archipresbyterats Saarburg41 visitiert, bis zum 28. Mai schließlich weitere Pfarreien im Bereich Saarburg42, darunter Saarburg selbst und Lixheim. Keineswegs wurden alle Pfarreien des Sprengels besucht. Täglicher Stützpunkt war das gerade französisch gewordene Saarburg. Auf dem Weg zum spä¬ teren Übernachtungsort Wolfskirchen wurden die Pfarreien Dolving und Romelfing im Archipresbyterat Bockenheim visitiert. Bereits in Lixheim und im Nachbarort Brouviller war der Bischof auf massive Schwierigkeiten gestoßen: Man sperrte ihm den Zugang und verwehrte ihm jede Amtshandlung mit der Begründung, das Reichsfürstentum Lixheim sei als Apostoli¬ sches Vikariat exempt43. Hier wird in einem Nachklang sozusagen das alte lothringi¬ sche Streben nach einer eigenen Diözese sichtbar, das bekanntlich zu keinem Erfolg geführt hatte44. ln der Herrschaft Finstingen und in der zwischen Nassau-Saarbrücken und Lothrin¬ gen umstrittenen Grafschaft Saarwerden mit Saarwerden und Bockenheim trat Lothringen dem Bischof gewaltsam entgegen und erlaubte ebenfalls keine Visitation, 38 Grundlage des folgenden Itinerars ist das sehr knappe und kommentarlose, offenbar auch nicht ganz zuverlässige Mémoire des journées et de l’ordre que Monseigneur a tenu dans la vi¬ site qu’il a faict des églisesparochiales de Varchidiaconé de Sarbourg, qui a commencé le 18ème may 1666 (AD MM 1 F 172, 3; das Faszikel enthält u. a. auch die Protokolle der Visitationen des Archidiakonats Saarburg von 1680 und 1686; vgl. Anm. 49). 39 Pfarreien Donnelay und Maizières. 40 Pfarreien Gelucourt, Azondange, Fribourg. Languimberg. 41 Pfarreien Avricourt, Foulcrey, Réchicourt-le-Château. 42 Pfarreien Kerprich-aux-Bois, Saarburg, Lixheim, Hommarting, Brouviller, Heschem (= Hil- besheim ?), Sarrealtroff, Havve (= Hoff, heute zu Saarburg). Rinting, Imling, Hesse. Für die Unterstützung bei der Identifizierung danke ich Herrn Prof. Dr. H.W. Herrmann. 43 Vgl. Heck a.a.O.; ferner Nicolas Dorvaux, Les anciens pouillés du diocèse de Metz, Nancy 1902 (Mémoires de la Soc. d’archéologie et d’histoire de la Moselle Bd. XVIII), S. 229 f. - Ein Auszug aus den Visitationsprotokollen Lixheim und Brouviller vom 25. und 26. Mai 1669 findet sich in AD MM 1 F 172, 3. 44 Vgl. den kurzen Hinweis in Geschichtl. Landeskde. des Saarlandes II, S. 173 f. 233