drei anderen Orten dem Adel: Graf von Dagsburg in Wolmünster56, Herren von Mal- berg-Finstingen in Münster57, Familie Chievresson in Moutier56. Die Wahl des Stan¬ dortes zur Gründung von Kollegiatstiften vor der Jahrtausendwende im Grenzbe¬ reich der Diözese ist Ferdinand Pauly auch für die Diözese Trier aufgefallen5*8. Das Aufgeben der monastischen Lebensform und die Reduzierung einst vorhande¬ ner, blühender Benediktinerabteien zu Kollegiatstiften in der zweiten Hälfte des 9. und der ersten Hälfte des 10. Jhs. unter den Einwirkungen äußerer und innerer Fak¬ toren (Normannen- und Ungarneinfälle, Institut der Laienäbte) finden wir auch in der Metzer Diözese, belegt ist dies für - St. Arnulf (869 canonici ipsius monasteriiw), später sogar die Kanonikerregel aufge¬ geben60, - Salonne, Kanoniker 950 erwähnt61, aber schon 896 Klostergut in Pfründen aufge¬ teilt62, - eventuell auch Gorze63. Man sollte dies aber nicht als ein Indiz für einen allgemeinen kirchlichen Niedergang in Lotharingien werten. Jacques Choux64 hat zu Recht darauf hingewiesen, daß die ersten Kräfte der lothringischen Reform aus der intellektuellen Elite der Kapitel kamen, er sieht darin Anzeichen einer Nachwirkung der großen Reformsynoden der Zeit Ludwigs des Frommen. In dem Maße, wie die lothringische Klosterreform sich ausbreitete, wurde wieder die Benediktinerregel, nun meist in der besonderen, von Gorze ausgehenden Observanz, angenommen65. In St. Arnulf stellte man sich anscheinend am längsten dieser Entwicklung entgegen. Jedenfalls beschwerten sich Kleriker von St. Arnulf bei Otto I., daß man sie zur Wiederaufnahme des monasti¬ schen Ordo dränge658. Es ist bekannt, daß sich die Klosterreform unter der geistlichen Führung der Gorzer Reformgruppe und unter tatkräftiger Mitwirkung Bischof Adalberos 1. von Metz in Lothringen durchsetzte. Der Ansicht von Franz Staab66, daß Adalbero in allen Kon¬ venten seiner Diözese die Einführung der Benediktinerregel erzwungen habe und als 56 Papst Bonifaz bestätigt am 2. März 1297 der Abtei Herbitzheim das Patronatsrecht in Wol- münster, das ihr von dem Grafen Albert von Dagsburg geschenkt wurde (Jungk, [wie Anm. 29] Nr. 776). 57 Wie Anm. 52. 58 Wie Anm. 49. 588 P a u 1 y (wie Anm. 8a) S. 428. 59 MGH DD ex stirpe Karolinorum Bd. 3 S. 144-145 Nr. 99. 60 MGH DD Otto I S. 130 Nr. 45 vom 10. 1.942. 61 Philippe Lauer, Recueil des Actes de Louis IV roi de France 936-954, Paris 1914 S. 79 f. Nr. 36. 62 Recueil des actes de Charles III le Simple S. 10-12 z. J. 896. 63 Jacques Choux, Décadence et Reforme monastique dans la Province de Trêves 855-859, in: Revue bénédictine 1960 S. 204-223, Nachdruck in: La Lorraine chrétienne au moyenâge, Recueil d’études, Metz 1981 S. 53-72, S. 62 f. M Ebenda. 65 Vgl. Artikel „Gorze“ von Michel Parisse in: Lexikon des Mittelalters Bd. 4 Sp. 1565 ff. 653 Wie Anm. 60. 66 Vgl. den Beitrag von Franz Staab in diesem Band. 121