graphische Ausdehnung des Einflußbereiches des Patriarchats Aquileia ziehen: tofä- nia z. B. kommt im Val di Non (AIS 772, p. 320) vor. Dieses Tal im nördlichen Tren- tino unterstand aber nie der Metropolitangewalt von Aquileia, wenn auch die Raetia II seit dem 5. Jh. dazu gehörte. Wie für die zentralladinischen Formen haben wir in diesem Fall vielmehr mit einer sekundären Ausstrahlung dieser Festbezeichnung durch die spätmittelalterliche Republik Venedig zu rechnen: altvenez. tofania „Epi¬ phanias“ (Ende 15. Jh., SBrendanoNovati), lad.anaun. (anaun.) tofania Quaresima. altvenez. pasqua tofania (1356, Frey), altveron. pasqua tofania (15. Jh., MerloEpif. 268), altfriaul. pasca tefania (Gemona 1360, Thierbach 20) lad.ates. (Arabba) päska tofäna (AIS 772, p. 315), Penia pgskä tofenä (ib., p. 313), friaul. Pasche tafänie PironaN, bellun. santa tafänia Pasqualigo. Ähnlich gelagert ist das zweite Beispiel, die Bezeichnung des Samstags, ebenfalls ein aus der Kirchensprache stammendes Wort. Im Friaul lautet die Form sähide oder säbeda und ist feminin. Der Kartenausschnitt mit den eingekreisten Formen, die ins Zentralladinische und vereinzelt bis ins Val di Fiemme (p. 323) reichen, zeigt wieder¬ um den Ausstrahlungsbereich des Patriarchensitzes Aquileia. AIS 334: sabaio Samstag1 Bezeichnung des Samstags (aus: M. Pfister, Ethnogenese) Lat. sabbata, -orum n., z. B. in einem Brief des Augustus, wurde im späteren Latein zu sabbata feminin. In der christlichen Kirchensprache existierte seit Tertullian das Neutrum sabbatum. In den romanischen Sprachen leben sowohl das ältere heidnisch profane sabbata wie das christliche sabbatum (>it. sabbato) weiter: vgl. Görz säbida f. 21