Zu Beginn des 15. Jahrhunderts hat die alte Republik Metz ihren hohen Wohlstand und ihre Dynamik verloren. Bei 50 Zollerhebungen zwischen 1424 und 1428 deklarieien Metzer Bürger in 30 Fällen Schweine als Handelsgut. Zölle auf Vieh sind im letzten Viertel des 15. Jahrhunderts weiter am häufigsten. Sie bestätigen einen kontinuierlichen Handel, der nachhaltig zum Wohlstand von Metz beigetragen hat. 1474-75 entrichten die Metzer Bürger mehr als die Hälfte der Abgaben (53,2 %). Und 1484 stellen sie mit 95 Durchfahrten 51,4 % aller verzeichneten Passagen. Abgesehen vom Vieh befassen sie sich vor allem mit dem Handel von Getreide, Brettern, Schieferplatten, Wein, Häuten, Kohlköpfen und Wolle. Im Jahre 1486 nimmt der Metzer Anteil an dem Verkehrsaufkommen in Sierck ab. Acht Jahre später hat Diedenhofen den ersten Platz im Handelsaufkommen übernommen. 1520 gelingt es Metz diesen Platz für sich zurückzugewinnen (92 Taxierungen), jedoch spielt es aufgrund einer schwierigen politischen Zeit nach 1537 kaum noch eine nachhaltige Rolle für den Regionalverkehr. In den Jahren 1424 bis 28 stehen Trierer Bürger mit 62 Durchfahrten zu Buche. Auch sie, die in dem letzten Viertel des 15. Jahrhunderts weit abgeschlagen hinter den Metzer Händlern liegen, profitieren von der Hochkonjunktur der neunziger Jahre des 15. Jahrhunderts. Sie transportieren vor allem Vieh und 1494 Getreide. Ihr Anteil nimmt in absoluten und relativen Zahlen in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts zu. Die Trierer erreichen 1549 mit 45,9 % der Durchfuhren und einem Anteil von 64,5 % an den Zolleinkünften einen Höhepunkt. Als vorrangige Nutznießer der Feindseligkeiten zwischen Frankreich und Spanien in der Umgebung von Metz und Diedenhofen sichern sie vor allem die Herbeischaffung von Getreide, Vieh, Kohlköpfen, Wein, Schieferplatten und Heu. Wie zu Beginn des Unter¬ suchungszeitraums läßt sich ein offensichtliches Ungleichgewicht zugunsten des stromabwärts gerichteten Handels feststellen. Erst gegen Ende des 15. Jahrhunderts können die Bürger von Diedenhofen dank des wirtschaftlichen Aufschwungs einen bedeutenderen Anteil des regionalen Waren¬ austausches übernehmen. 1494 erreichen sie die Spitzenstellung (84 Taxierungen) und betreiben einen Getreidehandel in großem Maßstab. Infolge der Gegenwart von Truppen und militärischer Aktionen in dieser Region läßt sich eine Einbuße der Aktivitäten, die 1520 noch beträchlich waren (47 Passagen), feststellen. Sierck nimmt an den Handelsbewegungen nur zwischen 1520 und 1549 teil. Zur gleichen Zeit zeichnet sich das nahegelegene Dorf Rettel durch Dynamik einzelner Personen aus. Im letzten Viertel des 15. Jahrhunderts und der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts stammt ein beachtlicher Anteil der Zollzahler aus dem unteren Moseltal. Aus den rheinischen Regionen, d.h. aus Köln, Andernach, Boppard und vor allem aus Koblenz, kommen einige Händler oder Fuhrunternehmer. Als Herkunft lassen sich zum einen oder anderen Zeitpunkt Ortschaften zwischen der Mosel und der Saar (östlich von Diedenhofen), vom Rand der Eifel und des Hunsrücks, aus den niederen Vogesen, den Tälern der Saar, der Mosel flußaufwärts von Metz (Pont-ä- 375