Alter Besitz der Herzöge von Lothringen scheint das Dorf T&erchen gewesen zu sein. Johannes von Varsberg verpfändete 1264 den dortigen Zehnten, den er vom Herzog zu Lehen trug, der Abtei72. Das Rückkaufsrecht sollte auf etwa 2 Jahre be¬ schränkt sein73. Eine Woche später erteilte Friedrich III. seine Zustimmung zu der Transaktion74. Da sonstige Weiler-Bettnacher Güter in T6terchen nicht nachweis¬ bar sind und möglicherweise die Auslösung erfolgte, besitzt der Einzelbeleg hin¬ sichtlich der Vogteifrage keine Aussagekraft. Ähnlich verhält es sich mit Uckange, das ursprünglich ganz dem Hause Malberg gehörte. Herzog Matthias II. erklärte 1239, sein Getreuer Lutwin von Schöneberg (= Ch6mery) habe vor seinem Zug ins Heilige Land u.a. seine dortigen Güter Weiler-Bettnach geschenkt75. Ein herausragendes Zeugnis ftlr die Ansprüche der Herzöge von Lothringen auf die Vogtei über Weiler-Bettnacher Güter liefert eine Urkunde Friedrichs III. vom 24. Juli 129776. Sie betrifft zunächst den Ort Piblange, wo seit Mitte des 13. Jhs. ein Ministerialengeschlecht nachweisbar ist, dessen Oberhaupt als villicus (1286)77 bzw. homo (1300)78 des Klosters bezeichnet wird. Der Herzog beendete einen Streit mit der Abtei und bestätigte Abt und Konvent all das, was sie ohne seine Zu¬ stimmung erworben haben (sans mon greit et san mai volanteit), nämlich lou boix de Maicheberch 79 *, die Schenkung des Lowy de Pivelenges sowie andere Güter in Piblange und anderswo. Er sicherte der Abtei ihre Rechte zu an homes, villes, boix, vignes, preis, terres, chans, fours, moulins, maisons, eawez, poicheries, censes, tailles, rentes, droitures, herthemalesiQ, et toutes autres choses quelez que eiles soient. Ferner erlaubte er die Schweinemast in allen klösterlichen Wäldern, beson¬ ders in denen von Bibiche und Monneren. Die Urkunde verdeutlicht, wie intensiv die Einflußnahme des Herzogs von Lothringen auf die Abteigüter am Ende des 13. Jh. ausgebildet war. Wenn man bedenkt, daß das erste Zeugnis für derartige An¬ sprüche aus dem Jahre 1231 stammt, hat sich in rund sieben Jahrzehnten die herzo¬ gliche Vogtei über Weiler-Bettnach weitgehend etabliert. Man darf dabei aber nicht übersehen, daß Abt und Konvent sich offensichtlich dem Druck nicht beugen wollten und ihre Erwerbspolitik nicht oder nur teilweise mit dem Herzog abspra- chen. Mit seiner Bestätigung machte Friedrich III. unmißverständlich klar, daß oh¬ ne seine Zustimmung in Zukunft keine externen Entscheidungen mehr zu treffen seien. 72B.N.,Coll. Lorr. 976 Nr. 19. 73 Bis zum Fest Mariä Geburt, d.h. bis zum 8. September 1266. Die Urkunde ist datiert auf den 25. März 1264. 74 B.N., Coli. Lorr. 976 Nr. 20; Regest bei HERRMANN: Inventar, S. 274. 75 ADMH 1918 Nr. 1. 76ADM H 1714, fol. 334r-336r. 77 B.N., Coli. Lorr. 976 Nr. 37. 78 B.N., Colt. Lorr. 976 Nr. 52. 79 Lage unbekannt. 89 Vermutlich die Besthauptabgabe. 110