II. weiler-Bettnach und der Zisterzienserorden 1. Die Beziehungen zum Mutterkloster Morimond Ohne noch einmal auf die an anderer Stelle erörterten Gründungszusammenhänge von Weiler-Bettnach einzugehen, sei daran erinnert, daß Morimond zwölf lothrin¬ gische Zisterzen ihre Existenz verdankten. Hinter dessen Eifer standen in Lothrin¬ gen die anderen Primarabteien weit zurück1. Bei der Dichte der Tochterklöster sollte man annehmen, daß die Äbte von Morimond häufig nach Lothringen reisten, um diese zu visitieren oder in ihnen der Abtwahl zu präsidieren. Hinzu kam, daß ihr Weg zu den Gründungen im Reichsgebiet über die Abteien Lisle-en-Barrois, St.- B6noTt-en-Woövre, Weiler-Bettnach und Freistroff führte2. Gleichwohl sucht man nach konkreten Nachrichten über Visitationen in Weiler-Bettnach nahezu verge¬ bens, obwohl bereits die Charta Caritatis die jährliche Visitation anmahnte3. Hin¬ weise auf Berührungspunkte zwischen Morimond und Weiler-Bettnach scheinen nur schlaglichtartig auf und stehen in sehr unterschiedlichen Zusammenhängen. Sieht man von der Gründungsphase Weiler-Bettnachs ab, so stößt man auf die Klö¬ ster Morimond und Weiler-Bettnach erstmals in einer Notiz, der eine Urkunde vom 4. April 1137 zugrunde liegen soll. Demnach erbaten sich die Brüder von Freistroff als Gegenleistung für die einstige Landschenkung zur Errichtung von Weiler-Bett¬ nach die Aufnahme in die Memorialbücher von Morimond und Weiler-Bettnach, was sie selbst den Verstorbenen beider Abteien ebenfalls gewähren wollten4. Es vergeht fast ein Jahrhundert bis zum nächsten verwertbaren Hinweis, was bei der dürftigen Überlieferungslage des 12. Jh. nicht verwundert. Da Weiler-Bettnach zu diesem Zeitpunkt wohl schon in erhebliche finanzielle Schwierigkeiten geraten war und sich die Verbindlichkeiten nicht mehr durch die Barschaft ausgleichen ließen, mußten Abt Petrus und der Konvent die Mühle in Biewerbach bei Trier im Juni 1229 dem Benediktinerinnen-Kloster St. Irminen (Oeren) für 80 Metzer Pfund ver¬ kaufen5. Derartige Gütergeschäfte erforderten die Zustimmung des Vaterabtes, um die die beiden Trierer Schöffen Ortolf und Bonifatius in Morimond nachsuchten. Der Abt von Morimond stimmte sicherlich zu, denn jüngere, Biewerbach betref¬ fende Urkunden fehlen im Weiler-Bettnacher Bestand. 1 A. BENOIT: Coup d'oeil, S. 83; zwei Gründungen gingen von Clairvaux aus (Chätillon und La Chalade), eine von La Ferti (Sturzeibronn). 2 SALMON: Morimond, 1969, S.l 16. 3 NOMASTICON CISTERCIENSE, S. 69f.: De visitationibus Abbatis Cistercii et patrum Abbatum, ac mutua ipsorum ad invicem honoris prosecutione. 4 ADM 18 J 313. Cetera autem omnia quae habebant in Villare fratres de Friestorph ex elemosina domini Arnulphi de Valicurth concesserunt eo tenore ut abbatia ibidem construeretur et in utraque abbatia scilicet de Morimonte et de Villare memoriam habeant defunctorum de Friestorph sicuti de propriis fratribus haberetur, et anniversarii dies domini Vuirici et domini Arnulphi singulis an¬ nis celebrarentur. Fratres autem de Friestorph similem de supradictis fratribus habebunt memo¬ riam. 5 MRUB III, S. 298f. Nr. 372. 39