Decken“91. Schon dieser hohe Zerstörungsgrad der den öffentlichen Unterricht mittelbar berührenden Grundlagen zeigt an, auf welches Maß an Schwierigkeiten materieller Art die von der französischen Militärregierung befohlene Öffnung der Schulen zum 1. Ok¬ tober 1945 gerade im Saarland stoßen würde92. Anlaß dazu gaben selbstverständlich und in erster Linie auch die Beschädigungen und Zerstörungen der Bildungseinrichtungen selbst. Von den fünf Saarbrücker Oberschulen war das traditionsreiche Ludwigsgymnasium dem Erdboden gleich, ein weiteres war ebenfalls zerstört, ein drittes erheblich beschädigt93. Im übrigen Saarland waren im Be¬ reich des höheren Schulwesens von 20 Anstalten94 sechs95 so stark beschädigt bzw. zer¬ stört, daß dort an die Aufnahme eines intakten Schulbetriebs nicht gedacht werden konnte. Ähnlich ungünstig war die Situation im Bereich der gewerblichen und kaufmän¬ nischen Berufsschulen sowie der städtischen Handelsschulen und der Landwirtschafts¬ schulen96 97, deren (gemeint sind hier allein die Landwirtschaftsschulen) Unterrichtsverhält- nisse in der Vergangenheit ohnehin teilweise noch immer nicht mit der gebotenen Förde¬ rungsnotwendigkeit behandelt97 worden waren. Die damals quantitativ bedeutendste Schulgattung, die Volksschulen, waren an der Saar im Schnitt zu 25 % total zerstört oder derart beschädigt, daß sie für Unterrichtszwecke unbrauchbar waren. Vor den 2544 91 Zitiert nach H.-W. Herrmann und G. W. Sante, Saarland, S. 42 f. Kubens und Lais spre¬ chen sogar von einem 80%igen Zerstörungsgrad. H. Kubens und Lais, S. 4. Vgl. auch H. ^ Schneider, S. 22 f., J. Hoffmann, S. 57 und G. André-Fribourg, S. 4. 92 Vgl. dazu Abschrift eines Schreibens der Abt. Bauwesen des Regierungspräsidiums Saar an die Schulabteilung vom 15. 9. 1945. LA Saarbrücken, Bestand KM, Abt. Allgemeine Verwaltung, ZI1-A 18 a 1945. 95 Bericht des Regierungsdirektors Jung über den baulichen Zustand saarländischer Schulen vom 24. 9. 1945. LA Saarbrücken, Bestand KM, Abt. Allgemeine Verwaltung, Z II - A 18 a 1945. 94 Stand 15. 10. 1945. Statistisches Handbuch (Saarland 1950), S. 182. 95 Nach Saarländische Volkszeitung vom 29. 12. 1952. 96 Im Jahre 1945 zählte das Saarland 12 gewerbliche und 6 käufmännische Berufsschulen. Dazu kamen 8 städtische Handelsschulen und 4 Landwirtschaftsschulen. Zehn dieser Bildungseinrich¬ tungen waren am 1. Oktober 1945 für Unterrichtszwecke nicht brauchbar. Nach Saarländische Volkszeitung vom 29. 12. 1952. 97 Zitiert nach Saarländische Volkszeitung vom 29. 12. 1952. Vgl. auch Volksstimme vom 4. 1. 1952. 81