sondere vom Kaiserhof — unter Vorwänden auch bloß zum Teil oder gar nicht aus¬ bezahlt wurden, zumal man an der Wiener Hofburg wußte, daß die geistlichen Für¬ stentümer auf den Schutz des Reichsoberhaupts angewiesen waren, und diese politi¬ sche Abhängigkeit ausnutzte. 5) Die Löhne der bei den Festungsbauten eingesetzten Arbeiter, Soldaten und Handwerker lassen sich in Einzelfällen berechnen; diese Angaben müßten meiner Ansicht nach auch Rückschlüsse auf die Lohnentwicklung zwischen 1650 und 1740/50 zulassen. Außerdem müßte ein Vergleich mit den Löhnen anderer Berufs¬ gruppen möglich sein, da für Würzburg einige entsprechende Angaben vorliegen und die Quellen durchweg mehr Informationen bieten, als vermutet wird. Insgesamt fehlt es aber an hinreichend breiten und verläßlichen Vorarbeiten; deshalb habe ich auf entsprechende Berechnungen verzichtet, für die ich mich bei den Fortifikationsarbei- ten ohnehin nur auf punktuelle Beobachtungen hätte stützen können. — Der Befesti¬ gung des Marienbergs und der Stadt mußten in der Tat umfangreiche agrarisch ge¬ nutzte Flächen geopfert werden. Überwiegend handelte es sich bei diesen Grundstük- ken jedoch nicht um Krautgärten und Äcker, sondern um Weinbergsgelände. Ersatz für diese Abtretungen konnten die betroffenen Bürger und Untertanen anscheinend in der näheren Umgebung der Stadt nur selten erwerben. Man wird unterstellen müssen, daß vor allem jene Häcker, die von ihren kleinen Besitzungen einen größeren Teil verloren und in erster Linie von den Erträgnissen des Weinbaus lebten, wirtschaftlich schwer getroffen wurden. Mit exakten Angaben über die sozialökonomischen Folgen des Landbedarfs für den Festungsbau kann ich aber nicht aufwarten, doch wäre diese Problematik gewiß eine eingehendere Untersuchung wert, wobei freilich offenbleiben muß, ob für diese Problematik genügend aufschlußreiche Quellen vorhanden sind. 154