Raum haben vor allem die Klöster Wörschweiler, Hornbach und Wadgassen (im geringeren Umfang) eine planmäßige Wüstungstätigkeit betrieben, um ihren Besitz und ihre Einnahmen aus dem genutzten Land zu vergrößern228. Ein weiteres wichtiges Datum dürfte die Säkularisierung der Klöster Horn¬ bach und Wörschweiler in der Mitte des 16. Jahrhunderts darstellen. Dies gilt jedoch wahrscheinlich nur für die Klosterhöfe, die von den Laienbrüdern nidit mehr weiter bearbeitet werden konnten und somit verfielen. Die „Grangienbildung" und das „Bauernlegen“ stellen eine eindeutig negative siedlungshistorische Einwirkung dar und haben zu einem realen Orts¬ schwund geführt226 227. Zusammenfassend kann gesagt werden, daß sich unsere Quellen über die Ursachen der Wüstungserscheinungen fast ausschweigen. Unbestreitbar ist der Bevölkerungsrückgang. Die Wüstungsperiode des Spätmittelalters und der Frühneuzeit ist jedenfalls eine negative Periode mit Abnahme der Siedlungs- und Bevölkerungszahl. Sie wurde durch ein Konglomerat von sekundären Ursachen und primären Gründen hervorgerufen. Eine mono¬ kausale Erklärung wird nur einseitige und zum Teil richtige Ergebnisse bringen. Bei allem muß jedoch die Individualität der einzelnen Siedlungen und der Räume berücksichtigt und somit ihre unterschiedliche Genese und Zusammensetzung beachtet werden. 226 F. Hellwig, Der Einfluß der Klöster Wörschweiler und Hornbach auf die Wüstungsbildung im Westrich, in: Unsere Saar 1932, Nr. 3, S. 66—73. 227 S. A. Wolf, Das Entstehen von Wüstungen durch Bauernlegen, in: ZGW 5, 1957. 65