47 belgischen Grenzraum. Die meisten der hier auf geführten Euregios wurden jedoch erst in den neunziger Jahren ins Leben gerufen. Die Ursachen für diesen jüngeren „Gründungsboom“ sind unterschiedlich: • im Zuge der deutschen Einigung und des Bedeutungsverlustes des „eisernen Vorhangs“ zu den östli¬ chen Nachbarn kam es zu einer intensiven Kooperaüon mit den polnischen und tschechischen Grenz¬ räumen; • durch den EU-Beitritt Österreichs wurde die Institutionalisierung der grenzüberschreitenden Koope¬ ration begünstigt; • an der Westgrenze kam es in Bereichen, in denen bisher die Kooperation auf regionaler Ebene über¬ wog (z.B. Oberrheinkonferenz, Regionalkommission Saar-Lor-Lux), zur Gründung neuer Institutio¬ nen wie PAMINA oder des Gemeindeverbandes EuRegio SaarLorLuxRhein. An der deutsch-dänischen Grenze steht die Gründung einer EURO-Region Schleswig-S0nderjylland unmittelbar bevor (Südschleswig 1997). Abb. 9: Kommunale grenzüberschreitende Institutionen entlang der deutschen Staatsgrenze Sehr unterschiedlich ist der Institutionalisierungsgrad dieser Euregios. Er reicht von losen Arbeits¬ gemeinschaften über privatrechtlich organisierte Vereine oder Verbände bis hin zu grenzüberschreiten¬ den öffentlich-rechtlichen Zweckverbänden, wie im Falle der deutsch-niederländischen Euregio Rhein- Waal. Proportional zum Institutionalisierungsgrad wächst in der Regel die Eigenkompetenz dieser grenznachbarschaftlichen Einrichtungen. Dienen Arbeitsgemeinschaften und Vereine in der Regel mü¬ der gegenseitigen Information und Abstimmung, bestenfalls der konzertierten Außenvertretung im Be¬ reich der Standortwerbung und der Tourismusförderung, so können einem Zweckverband auch gewisse