85 — v. Wolfs, Regierungspräsident zu Trier, hat den Pastor Neureuter darüber befragt, ob ein Mann zu ihm gekommen und mit ihm wegen des Baues einer Kapelle gesprochen habe. Neureuter habe ihm gesagt, es sei ein Mann zu ihm gekommen mit der Frage, ob man an der Stelle ein Zeichen errichten dürfe; Neureuter habe sich des Namens des Mannes nicht erinnert, doch habe es ihm (Zeuge) geschienen, daß er den Mann nicht habe nennen wollen; er meine, Neureuter habe den Kindern bei dieser Gelegenheit gesagt, dazu gehöre Geld. Doch betont Zeuge, daß er sich hierin auch irren könne. Nikolaus B a l l, Wirth in Marpingen: „Der verstorbene Leist war eines Tages in der Wirthschaft dieses Zeugen, und als letzterer sagte: „Laßt noch etwas Geld springen!" — hat Leist erwidert: „Ja, wenn ich immer so viel Geld hätte wie jetzt!" Verth. Simons bemerkt, es werde durch Zeugen nachgewiesen werden, daß Leist am Tage vorher ein Paar Ochsen verkauft habe und aus der harmlosen Aeußerung des Leist ungünstige Schlüsse nicht ge¬ zogen werden dürfen. Frau Fra uzen aus Neumagen war mit ihrer Tochter und der Gertruds Hermes Pfingsten 1677 in Marpingen. Sie haben bei Leist logirt, dort geschlafen, Kaffee getrunken und Morgens einen Thaler hin¬ gelegt, worauf ihnen 15 Groschen zurückgegeben worden; sie sagten da¬ rauf, das sei doch zu billig; sie ließen sich Wasser auf anderer Stelle von der Quelle geben und bezahlten dafür 40—60^.; die Leute wollten nichts haben dafür, doch legten sie das Geld hin für die Mühe des Holens; sie kauften auch in Marpingen 2 Blechkannen, wofür sie 85 zahlten. Achte Zihuug. Freitag den März, von 9 bis 1 Uhr. Zeuge Dr. Majunke tritt vor. Präsident: „Von wem rührt die Notiz im Briefkasten der.Ger¬ mania' her, nach welcher der Pastor Neureuter Sie ersucht habe, mitzu¬ theilen, daß Marpr. Wasser noch nicht bezogen werden könne, weil die Gensdarmen noch immer ihre „„Eremitage"" an der Quelle aufgeschlagen hätten?"