halten habe, erlogen seien, sagte ich ihr: „Du brauchst dich nun gar nicht zu fürchten; sage mir es noch einmal, baß wirklich Alles erlogen war." — Sie wiederholte nun, daß Alles unwahr und erlogen sei. Ich fugte ihr: „Nun hast Du endlich einuial die Wahrheit gesagt; warum hast Du das nicht eher gethan?" Sie begann nun eine Erörterung, die mir sehr interessant war, sie sagte: „Wahr ist, daß ich am 3. Juli et¬ was gesehen habe, ich sah einen weißen Schein und dieser hatte die Ge- sialt einer sitzenden Frau; nun war ich betroffen und lief mit den an¬ deren Kindern nach Hau? und erzählte diese Erscheinung; am zweiten Tage kam ich gegen 5 Uhr in den Wald, sah aber Nichts; gegen 7 und 8 Uhr sah ich einen weißen Schein, etwas größer, wie Tags vorher, — ich fragte das Kind, wie groß er gewesen sei; sie sagte, so groß wie der Stuhl, woraus Sie sitzen." — I ch : „War es eine menschliche Gestalt?:" — Sie: „Nein." — Ich: „Sprach etwas aus dem Schein?' — Sie: „Nein," ich stellte aber Fragen an den Schein und hörte auch Etwas." — Ich: „Aber wie konntest Du erwarten, daß der Schein, der keine menschliche Gestalt hatte, Dir Antwort geben würde?" — Sie: „Ich glaubte, wenn ich fragte, würde sich die Gestalt zeigen wie vorher." Zeuge sagt ferner, sie habe ihm schließlich auch zugegeben, sie habe ge¬ glaubt, es müsse so sein, und dann gab sie auch zu, sie habe gefragt, damit die Leute es hören sollten. Auf die Frage, „Wüschen wer binnt Ihr?,, habe sie - die Antwort gehört: „Unbe¬ fleckt!" Auf die Frage „was ist euer Begehr?" habe der Schein ge¬ antwortet : „Beten und fromm"; auf die Frage: „Sollen wir eine Ka¬ pelle bauen?" sei geantwortet worden: „Ja"; sie habe weiter gefragt: „aus welcher Quelle getrunken werden solle," — habe sie die Silbe „owe"! vernommen, woraus sie geschlossen habe, daß das die obere Quelle sein solle. Am dritten Tage habe sie nur einen Schein gesehen. Am dritten Tage sei ein Kranker gekommen und habe seine Hand auf den Fuß der Erscheinung gelegt. Auf wiederholte Frage des Zeugen habe Kunz eingestanden, „der Fuß sei nicht dagewesen; sie habe dies nur gethan, weil sie glaubte, es solle und müsse so sein." Zeuge fahrt fort: „Ich habe sie noch später 7 oder 8mal und im Institut 2mal getroffen, aber niemals mit ihr gesprochen." Sie gab auch noch zu, Ne habe Rosenkränze von den Leuten abgenommen, eine Weile in der Tasche gehalten und sie nachher zurückgegeben und gesagt, sie hätte sie an die Muttergottes angerührt. Ich fragte sie noch, warum sie mich