79 das wahr ist, so kann sie mein Kind rti.fit sein; aber es kann nicht so sein!"" Nachdem es mir (dem Zeugen) gelungen, sie zu beruhigen, sagte ich, sie solle es aus d e m M u n d e i h r e s K i n d e s s e l b st vernehmen. Ich rief das Kind und bat es, der Mutter zu erzählen, was es mir er¬ zählt habe. Da barg es sich an dem Kleide der Mutter und wollte kein Wort sprechen. Ich fragte sie dann über die einzelnen Punkte, welche sie mir Tags vorher eingestanden hatte, aus. Auf jede meiner Fragen nickte sie ganz deutlich, wurde aber dabei von der Mutter in heftiger Weise von Schmerzensausrufen und Lamentationen unterbrochen. Die Mutter war kaum fähig, zu sprechen. Ich habe niemals einen solchen Ausdruck des Schmerzes gesehen. Dann sagte sie zuin Kinde: „„Ich will jetztnichtsmehr von Dir wissen; wenn Du mich und alle Welt so belo gen hast, bist Du mir freind!" Nach einigen Sekunden habe sie sich noch einmal an ihre Tochter gewandt und ge¬ fragt : „Ist daswirklich wahr, wasDu de m Doktor gesagt hast?" Und dieses kleine Mädchen hat darauf gesagt „Nein, es ist nicht wahr!" D.-rZeuge schildert, wie er durch diese Wendung ganz deprimirt worden sei; die Mutter habe jede seiner Fragen wiederholt unb das Kind habe jede mit „Nein!" beantwortet. Er habe seinem Unw.llen Luft machen wollen, aber weiter nichts gesagt, als: „Ich sehe jetzt, daß man Dir (der M. Kunz) nichts mehr glauben kann. Darauf sei er mit Mutier und Tochter in den Wald gegangen, um die Oertlichkeit zu besehen. Ohne die geringste Scheu zu verrathen, habe die kleine Kunz das alte Lied von Neuem erzählt. Er habe es ohne Einwaitd angehört und dann zu dem Kinde gesagt: „So, jetzt muß ich mit dir nach dem Eulenwalde gehen, wo das Mädchen war." Da habe ihm das Kind „mit einer Art impertinenten Aplomb" geantwortet: „„Da brauchen Sie auch noch hinzugehen, das war ja Alles gelogen!"" Er sei nun mit dem Kinde nach Saarbrücken zu¬ rückgekehrt. Auf der Station in Reden habe er noch einmal die Glaub¬ würdigkeit des Kindes prüfen wollen und deßhalb zu dem Mädchen ge¬ sagt: „Es ist ja möglich, daß du etwas gesehen hast; wenn dir die Mut¬ ter Gottes nochmals erscheint, bitte ich dich, folgende drei Fragen an sie zu richten: 1. Ob die Miltter Gottes den Fragenden kenn!; 2. Ob die Mutter Gottes ein Faktum aus meinem Leben, welches ich allein kennen kann, dir sagen wolle; und 3. Wie ich mich weiterhin in dieser Untersuchung verhalten, und was ich thun soll?