33 jedoch nicht als Beschuldigte vorgeladen werden, anderseits können sie wohl auch nicht gut als Zeugen vernommen werden wegen der auf ihnen lastenden Beschuldigung. Ich für meine Person wünschte, das; die Kinder im Interesse der allseitigen Ansklärung vernommen würden." Obervrokurator Pa ttberg will nicht direkt aus Grund des § 157 der Str.-Pr.-Ord. Einspruch gegen die Vernehmung der Kinder erheben, obwohl er juristisch die Vernehmung für unzulässig hält. Adv. Bachem: „Da? Gericht kann die Vernehmung der Kinder gestatten, weil eS ja nicht an eine Beschränkung gebunden ist und die Vernehmung aller Perssnen gestatten darf, deren Aussagen zur Beleuch¬ tung der Sache dienen, überhaupt Alles anordnen kann, was zur I n- sormation irgendwie dienlich erscheint. Die Vertheidigung legt einen sehr grossen Werth daraus, daß die Kinder vor dem Gerichte ver¬ nommen werden, damit dasselbe den un m ittelbar en Eindruck ihrer Aussagen empfange und sich überzeugen könne, das; durch diese Aussagen die Beschuldigten sehr wohl veranlaßt werden konnten, den Kindern Glauben zu schenken. Das Gericht kann ja auch anordnen, daß zur Aufklärung Etwas „„in Augenschein genommen"" werde; nach dieser Anal»gie beansprucht die Vertheidigung die Vernehmung der Kinder." O b e r p r o k.: „Augenschein" heißt: „Ortsbesichtignng" ; eine solche würde die Vernehmung der Kinder nicht sein. Der Gerichtshof zieht sich zur Berathung zurück. Nach zehn Minuten tritt er wieder in den Saal ein. Der Präsident verkündet folgenden Beschluß: „In Erwägung, daß einigen Beschuldigten zur Last gelegt wird, den Kindern bei dem von ihnen verübten Betruze behülf- lich gewesen zu sein, daß also die Kinder faktis ch Beschuldigte sind, wenn sie auch wegen Strafunmündigkeit nicht verfolgt werden können, daß aber Niemand in eigener Sache als Zeuge verhört werden kann, beschließt das Gericht, die Vernehmung der Kinder abzu¬ lehnen."