19 er Kat an die Erscheinungen geglaubt und bestreitet, aus gewinnsüchtigen Absichten die Sache unterstützt und befördert zu haben. Der Präs, verhört ihn über den thatsächlichen Bestand. Auch der Frau Hubertus ist dieselbe Beschuldigung zur Last gelegt wie ihrem Manne; auch sie will an die Erscheinung geglaubt haben, nachdem die Kinder sich darauf gehalten- und namentlich nachdem Necktenwald g e - heilt worden; sie bestreitet, je mit den Kindern nach dem Walde gegangen zu sein. Pastor Neu reut er erklärt: „Jedes Jahr pflege ich dem Herrn Pastor in Heusweiler im Sommer einige Tage auszuhelfen. Ich war im Jahre 1876 vom 3.—5. Juli bei ihm. Bei der Rückkehr am 5. Juli fiel es mir allerdings auf, das; im Dorfe M. Gruppen von Leuten auf der Straße standen; aber erst im Psarrhause hörte ich von meiner Haushälterin, daß die Kinder die Erscheinung gehabt haben sollen. An; 6. brachte Jemand die Kinder zu mir; es war kaum ein Wort aus ihnen herauszubringen. Ich sagte zu ihnen: „„Seid brav und betet!"" Ich habe nicht zu ihnen gesagt, sie sollten es mir melden, wenn sie wieder eine Erscheinung hätten. Hubertus war es, der zuerst mir sprach von dem Wunsche, daß eine Kapelle gebaut werden möge; ich entgegnete, zu solchem Bau sei Genehmigung nöthig. Der Gerichtspräsident hält ihm Folgendes vor: „Am 14. Juli wurden Sie durch Regierungspräsidenten v. Wolfs, Besser und Woytt oerhört; Sie sagten, Sie könnten den Mann nicht, der Ihnen von der Kapelle gesprochen, und Sie Kütten ihm gesagt, zum Bau der Kapelle fei viek Geld nöthig." Der Gerichtspräsident hebt hervor, daß hierdurch Reureuter die Nothwendigkeit des Geldsammelns ange¬ deutet habe. Pastor N e u r e u t e r bemerkt, daß er sich dieses Verhöres nicht genau erinnere; daß er aber möglicher Weise Bedenken getragen habe, überhaupt einen Namen dem Regierungspräsidenten Wolff, der ja zu einem Verhöre kein Recht gehabt, zu nennen, und daß er vielleicht zum Hrn. Wolff selbst gesagt habe, der Bau einer Kapelle sei sehr schwierig, da man dazu ja viel Geld haben müsse. Der Gerichtspräsident behauptet, der Pastor Neureuter sei nicht so „neutral" gewesen, wie er behaupte, da er ja am 12. Juli ein Hochamt für die Kinder gehalten habe, wodurch er aktiv ausge¬ treten sei und die Kinder außerordentlich in ihren Einbildungen bestärkt habe.