226 langem Suchen fand man die Artilleriepferde zu Saarbrücken, und diese gingen zurück und holten die Kanonen und Wagen ab. Dieser unvermuthete Fund zeigte aber den Franzosen wieder ein neues Bedürfnis, dem sie abhelfen mußten, den Mangel an Muni¬ tion. 36 Wagen wurden postmäßig nach den nahgelegenen Festungen Metz, Saarlonis und Thionville abgesendet um Muni¬ tion zu holen, aber in allen diesen konnten nur 8 beladen werden, die übrigen mußten leer zurückkehren, welches die Muthlosigkeit der Soldaten und der Chefs vermehrte, zumal da der Mangel an Lebensmitteln, welche in den ersten Tagen verschwendet wurden, immer großer ward. Zwar wurde jeder Citoyen angehalten seinen Frucht- und Mehlvorrath in das Magazin bei Lebensstrafe abzu¬ liefern, und jeder Hausvater bekam täglich für jeden Kopf seiner Familie eine Ration von einem halben Pfund Brod, allein diese Maaßregel gab nur für kurze Zeit Hülfe und vermehrte das Mi߬ vergnügen. Dies war die Geschichte der Niederlage bei Lautern und ihrer Folgen bei den Franzosen in den ersten 8 bis 10 Tagen. Als aber von allem, was sie mit gutem Grund erwarten konnten und befürchtet hatten, nichts geschah, als die Deutschen statt die flüch¬ tige französische Armee zu verfolgen lind gänzlich aufzureiben oder sie, die sich aus Muthlosigkeit und Mangel an Lebensmitteln und Munition in vertheidignngslosem Stande befand, in ihrer neuen Stellung anzugreifen, nicht einmal eine Escadron Husaren zur Verfolgung oder Recognoscirung nachschickten, nicht einmal die ver¬ lassene Artillerie entdeckten und wegnahmen und überhaupt nicht die mindeste Bewegung vorwärts machten, da sing den Franzosen, wenigstens den Repräsentanten und Chefs, der Muth wieder an zu wachsen, und es schien ihnen keine Unmöglichkeit mehr zu sein den erlittenen Schimpf und Verlust wieder auf eine andere Art zu tilgen. Jenen, welche durch eine Etourderie solchen größten- theils veranlaßt hatten, war natürlicher Weise am meisten daran gelegen. Die ungestörte Annäherung einer Verstärkung von 20 O00 Mann vortrefflicher Truppen von der Ardennenarmee erhöhete ihre Hoffnungen. Am 9ten dieses wurde in Bitsch ein großer Kriegsrath gehalten, dem nicht nicht nur die Repräsentanten und