224 Neunter Lrief. S. den 15teu December 1793. Danken Sie es der Aufhebung der Revolutionsarmee, mein Bester, daß ich Ihnen sobald, daß ich Ihnen wieder schreibe. Das Wackeln der Köpfe, das Zittern der Hände, welche ihre Gegenwart verursacht, möchten solches sonst verhindert haben. Mit fester Hand schreibe ich Ihnen den Verfolg der Lauterer Kriegsgeschichte. Die Franzosei: waren weit entfernt ihre Furcht mit der Ent¬ fernung votl dem Ort ihrer Niederlage zu verlieren, ohngeachtet man ihnen das ergötzende Schauspiel, die Ermordung eines vor¬ nehmen französischen Offiziers und Anführers der Avantgarde einer Colonne und das der Arretirung des Generals Dubois, gab, welcher gefänglich nach Metz geführt wurde; solche wuchs vielmehr mit jedem Schritt. Nur erst, als sie die Saar und Blies im Rücken hatten, waren sie zum stehen zu bringen. Das einzige Bataillon Chasseurs de Rheims blieb in der Gegend von Limbach stehen, mit der Ordre sich bei der Annäherung des Feindes zurückzuziehen Dieses Bataillon hatte auf dem rechten Flügel der fr. Armee ge¬ standen und war der braven Sächsischen Reuterei unter die Säbel gefallen, welche eine große Anzahl derselben niederhieb und den ganzen Ueberrest durch ein Wasser sprengte, in welchem viele ihren glühenden Patriotismus auf ewig, alle übrigen aber ad tempus abkühlten, so daß das Bataillon einen Verlust von 224 Mann erlitt. Urtheilen Sie hiernach, ob sie den Befehl zum Rückmarsch geru befolgt haben würden. Die Franzosen erwarteten nichts gewissers als daß die Deutschen ihnen auf dem Fuß nachrücken, ihre Stellung an der Saar wieder¬ einnehmen und sogar über die Saar vorrücken würden, und da dadurch der erwartete Succurs von der Ardennen-Armee abge¬