213 weisen, und daß sich die ganze Gemeinde durch Unterschrift erbot die Falschheit der Anklage und die Unschuld des Meyers eidlich zu erhärten. Diese Petition wurde von allen Gemeindsgliedern unter¬ schrieben, von solchen und des Meyers Frau und Familie dem Repräsentanten übergeben, welcher aber dieselbe ohne sie zu lesen ihnen vor die Füße warf und die Snpplicanten ohne sie anzu¬ hören ungestüm sortwies, fortwies, ohne sie zu fragen, wer sie seien, was sie verlangten oder für wen sie bitten wollten. Gestern Nachmittag ließ der für Schrecken, Angst und Kälte kranke Meyer den Hofrath Wilkens zu sich berufen, eröffnete ihm seine Gesundheitsumstände und bat ihn um Hülfe. Dieser sah sogleich ein, daß seine Krankheit eine Folge des Schreckens, der in dem Gefängnis ausgestandenen Kälte und des Lagers auf bloßer Erde sei, und als er ihm dieses bemerkte, so bat ihn derselbe sich bei dem Repräsentanten für ihn zu verwenden, daß er entweder gegen Caution, welche die ganze Gemeinde, so hoch sie immer sein möchte, für ihn leisten wollte, losgelassen, oder wenn dieses nicht statt fünde, die Verfügung getroffen werden möchte, daß er in ein leidliches Zimmer in der Stadt mit hinlänglicher Wache auf seine Kosten gebracht würde. Durch das flehentliche Bitten des Meyers und durch Menschen¬ liebe bewogen übernahm der Hofrath Wilkens dieses unangenehme und hükliche Geschäft und hoffte einen guten Ausgang davon, um so mehr, da er den Repräsentanten bei einer besondern Gelegenheit persönlich kennen gelernt, dieser damals gar menschenfreundliche Gesinnungen ausgehängt hatte und überhaupt das Gesuch nichts enthielt, das nicht verwilligt werden konnte. Hofrath Wilkens begab sich darauf zu dem Repräsentanten und eröffnete ihm sein Gesuch, war aber nicht wenig betreten, als sich derselbe weder eines Befehls zur Verhaftung noch des Ver¬ hafteten noch seines Verbrechens erinnerte und erst nach einigem Nachsinnen über solche seinen Secretär befragte. Dieser antwortete mit Mienen und Ausdrücken, welche anzeigten, daß er die Sache für höchst unbedeutend und die Denuncianten für Nichtswürdige hielt, er nannte sie immer mit dem verächtlichen Ausdruck Melgues gens ohne ihnen den Ehrennamen Citoyens zu geben und ließ