203 sei, als sie hörten, daß die Armee die dortige Gegend ganz ver¬ lassen habe, als endlich ein Theil der Truppen in dem elendesten Zustand hier ankam, indem mehrere Bataillons nur aus einigen 100, eins derselben nur aus 60 Mann bestand, und aus allen Furcht und Verzweiflung sprach, da fiel ihnen der Muth völlig, und sie dachten auf die baldige Abreise. Um solche bestmöglichst zu decken, wurden in dem engen Passe zwischen Scheid und St. Ingbert ein Verhack gemacht und die Chaussee abgegraben, dann aber die Bagage gepackt und die vorräthigen Früchte in dem Ma¬ gazin aufgefaßt, und so alles zur Abreise bereitet. Es war nicht zu erwarten, daß diese geschehen würde, ohne noch bei uns alles, was möglich war, mitzunehmen. Außer den Strohsäcken und Bettüchern, welche wir bei mili¬ tärischer Executiou für die Verwundeten liefern mußten, wurden am 4ten alle Hacken, Aexte und Beile bei Todesstrafe von uns gefordert. Am 5ten mußten wir 1800 Fruchtsücke bei näm¬ licher Strafe liefern. Vorgestern wurde alles an den Usern der Saar befindliche, den hiesigen Handelsleuten gehörige Holländer- holz, welches an Werth 100 000 Thaler betragen mag, in Requi¬ sition gesetzt, in die Saar eingeworfen und nach Saarlouis ge- flößet. Raubbegierde hatte den Repräsentanten so sehr verblendet, daß er nicht einsah und aller Vorstellungen ungeachtet nicht begreifen wollte, daß den Festungswerken in Saarlouis der unersetzlichste Schaden zugefügt werden könnte, wenn die Saar durch einen Regen anwachsen und dieses Holz mit Ungestüm gegen solche antreiben sollte. Da Ehrmann dafür hielt, daß auch wir an dem Trübsal der Republik Antheil nehmen und wenn das Herz nicht trauren wollte, dieses doch der Magen thun sollte, so wurde gestern den hiesigen Bäckern bei Todesstrafe verboten das Geringste an Back¬ werk oder weißem Brod zu backen und zu verkaufen. Um aber auch einige frohe Herzen wieder zu machen wurden den Handels¬ leuten ihre Bücher zurückgegeben. Dagegen aber hatten wir, Priester der Göttin der Gerechtigkeit und alle wahren Patrioten einen empfindlichen Schmerz, da die französische Raubbegierde, welche Schloß und