197 Vierter Oríes. den 30tcn November 1793. Ich kannte einst einen Mann, den erklärtesten Verehrer des Magens, welcher jemals lebte. Dieser pflegte, wenn sein von einem reichlichen Mahl überladener Magen mehrere Opfer ver¬ schmähte, die leckern Ueberreste zur nachfolgenden Mahlzeit zu be¬ stimmen, und dann rief er, indem er sich nm dem edlen Ver¬ dauungswerk obzuliegen in seinem Sessel rückwärts fallen ließ: Jetzt möchte ich wohl diese Brodreste einem hungrigen Armen gönnen! Aber in dem nämlichen Augenblick befahl er seiner Köchin mit diesen Brodresten seine Capannen zu füttern. Wie billig, war dieser Bauchdiener längst der Vergessenheit übergeben. Die Aehn- lichkeit, welche man zwischen ihm und Ehrmanns Betragen fand, hat ihn wieder in Erinnerung gebracht. Ehrmann unterließ nie¬ mals nach einem beträchtlichen Raub, welchen er gemacht hatte, sich der Armen zu erinnern und ihnen die Brodreste zu wünschen, aber eben so schnell gab er auch den Befehl seine Capannen da¬ mit zu füttern, wie wir unter andern das Beispiel bei der Kupfer¬ münze gesehen haben. Jetzt scheint er eine andre Gesinnung zu haben und den Armen die Brodreste geben zu wollen, damit sie seine Capannen damit füttern sollen. Gestern ist ein Decret durch Drilck und Anschlag bekannt gemacht worden, in welchem Ehrmann mit einem großen Schwall republikanischer Phrasen die großmüthige Gesinnung der Republik gegen die Armen überhaupt, und seiner geringen Person gegen die Saarbrücker Armen insbesondere anrühmt. Durch diese gro߬ müthige Gesinnung gedrungen will er nun diesen einen Weg er¬ öffnen um mit einem Male glücklich und reich zu werden, und was