86 dem Fürsten und Hof zur Belustigung dienten, sondern dem Ver¬ gnügen des ganzen Publikums geweihet waren, und besonders, weil diese Anlagen dem Land keine Seufzer kosteten, da sie nach und nach aus des Fürsten Privatbeutel gemacht wurden und viele Arme ihr Stückchen Brod dabei verdienten. Schon geraume Zeit herrscht der Wahn bei der Armee, daß die deutschen Truppen besonders gegen die Nationalgarden und Volontairs aufgebracht seien und solche mit weniger militärischer Höflichkeit als die Linientruppen behandelten. Neuerlich hat sich das Gerücht verbreitet, daß jene inskünftige gar keinen Pardon bekommen, sondern ereignendenfalls ohne Schonung nieder gemacht werden sollten. Und dies war eine Hauptursache der starken De¬ sertion. Es wurde deswegen das Project gefaßt die Linien¬ truppen mit den Nationalgarden zu vermischen. Dies fand aber so vielen Widerspruch, daß davon abgegangen werden mußte. Statt dessen wurde aber decretirt die Linientruppen mit der Nationalgarden-Uniform zu decoriren und solche da¬ durch mit diesen in gleiche Verdammnis zu bringen. Das Traurige: Wo nehmen wir Tuch her, um alle diese zu kleiden? hat bewirkt, daß das Decret bis jetzt nur auf alle Infanterie- Offiziers ohne Ausnahme eingeschränkt worden ist. Diese müssen bei Verlust ihrer Stellen binnen vierzehen Tagen die National¬ uniform umhängen, ein Befehl, der solche bei dem Mangel an Tuch und durch die Kosten, die es ihnen verursacht, in die größte Verlegenheit setzt. Denn so gut der republikanische gemeine Sol¬ dat sich befindet, so schlecht ist die Lage des Offiziers, welcher sich der Dieberei nicht befleißigen will, da er mit seinen Assignaten, bei dem hohen Preis aller Bedürfnisse, solche von dem Sold nicht bestreiten kann. Doch dies sind ihre Sachen. Leben Sie wohl.