80 gegen alle weitere feindselige Behandlung in Sicherheit. Noch andre glauben in dem Gefühl ihrer Spiesbürgerwürde, daß die Franzosen aus Furcht uns verschont und sich nicht unterstanden haben, den mächtigen siegreichen Feind auf den Fersen, unsre Wuth durch Plünderung zu entflammen und uns durch Verzweiflung zur Gegenwehr zu reizen. Wer von diesen allen Recht hat, dürste sich wohl mit der Zeit euträthseln. Mich hat die traurige Erfahrung gelehrt an allem Guten, was mau in den Handlungen der Franzosen, besonders der Macht¬ habenden, erblicken will, wenigstens vor der Hand zu zweifeln, und hier glaube ich um so mehr dazu befugt zu sein, da die Gründe ihrer Handlungsweise ziemlich klar am Tage liegen. Da sie nach ihren gemachten Anstalten zu schließen den hiesigen Posten während dem ganzen Krieg oder doch wenigstens noch eine zeitlang zu be¬ haupten gedenken, so wäre es wohl gegen alle Politik gehandelt die hiesigen Einwohner auszuplündern, ihnen dadurch alle Mittel den Franzosen selbst Unterstützung zu reichen abzuschneiden und sich in jedem einzelnen Individuum einen unversöhnlichen Feind zu schaffen. Zudem ist bei dem Verzug nichts verloren. Wir sind in ihren Händen, und so viel Zeit wird ihnen bei einem An¬ griff der Deutschen immer übrig bleiben, daß sie uns ausplündern können. Ueberdies ist in dem herrschenden Raubsystem eine gewisse Rangordnung festgesetzt, zuerst die Republik, und wenn diese etwas übrig läßt, dann erst der Soldat. Warum sollte man also bei uns diese Rangordnung umkehren? Ich fürchte immer, daß wir zum Abschiedsschmaus bestimmt sind. Wie gerne wollte ich mich in meiner Meinung betrogen haben. Leben Sie wohl.