68 wegen ist ihnen alles ungestraft zu thun erlaubt. Besonders sind die herrschaftlichen Gebäude ein Gegenstand ihrer Raubgier. Kein Schloß oder Riegel an den Thüren, kein Stückchen Eisen, kein Nagel in der Wand, keine eisernen Platten, kein Blei auf den Dächern ist vor ihrer Habsucht, keine Statuen, Verzierungen, Fenster u. s. w. vor ihrer Bosheit sicher. Die Verwalter auf den Lusthäusern haben, wie ich Ihnen bemerkt, den Genuß derselben mit schwerem Gelde ersteigt. Es war ihnen heilig versichert, daß alles unberührt bleibett und unter dem besondern Schutz des Ge¬ setzes stehen sollte. Auf ihr Verlangen wurden ihnen zu mehrerer Sicherheit Detachements Gensd'armes auf die Berge gelegt, welche sie mit schweren Kosten speisen und tränken mußten. Aber demohnge- achtet wird alles geraubt und verstört, und die Wache, weit entfernt solches zu verhindern, ist mit am geschäftigsten dabei, hat sogar auf dem Ludwigsberg dem Verwalter die Keller erbrochen und den Wein und Brandtenwein zum Theil entwendet, den Ueberrest aber in den Keller laufen lassen. Beschwerden, die man deshalb an¬ bringt, werden mit Grobheiten oder mit Persiflage abgewiesen. Die herrschaftlichen Gärten werden durch Gensd'armes bewacht, aber nicht zur Sicherheit gegen Diebereien, sondern damit die Gärtner, welche, wie Sie sich erinnern werden, den diesjährigen Genuß derselben von der Nation ersteigt halten, kein Gemüse an die Stadtleute verkaufen können, welches alles in die Küchen der Generals, Commissärs und ihres Anhangs geliefert werden muß. Daß nichts dafür bezahlt wird, versteht sich von selbsten, und die armen Leute sind so wie die Verwalter der Lusthäuser auf die schändlichste Art um ihr Geld geprellt. Aus dem hiesigen Hospital sind die armen wahnsinnigen und preßhasten Personen, welche die Wohlthätigkeit des Fürsten darin ernährte, von den Franzosen mit barbarischer Härte geworfen und ein Spital für die Krätzigen darin angelegt worden. Ein desto unglücklicheres Ereignis für jene Elenden, da sie wegen der starken Einquartierung nirgends untergebracht werden können. Dem armen Carabinier, welcher mit der Montagne nichts zu schaffen haben wollte, ist sein bon mot übel bekommen. Wahr¬ scheinlich wurde ihm auf den Dienst gelauert. Kürzlich wurde er eingezogen, und ihm unter dem Vorwand, daß er in aristokratischen