— 59 — " des Nh eures die Keller unter Wasser gesetzt, wodurch den Be lagerten ein großer Schaden zugefügt ward. Am Sonntag ist der Dachstuhl des Münsters theilweise abgebrannt. Das ei Schiff des Münsters sowie die astronomische Uhr sind beschädigt. * Brüssel, 3. Seht. Die Anzahl der gefangenen Frau- zosen beträgt 80,000 Mann. Die Schlacht begann vorgestern 4 Uhr Morgens unter den Mauern von Sedan, ward untci* brachen gegen zwei Uhr, um drer Uhr lvieder ansgenonnneir, i' um fünf Uhr beendet. Mae Biahon rrach Sedan zurückge morsen war von 250,000 Preußen ceruirt. Um 6 Uhr kam ein Stabsoffizier als Parlamentär an, später der General- adjutant Reille. Die Preußen verlangten Uebergabe auf Gnade und Ungnade- plötzlich riefen die Soldaten: „Der Kaiser ist da." Zugleich kam ein eigenhändiger Brief des Kaisers an, sagend, da es ihm nicht gelungen sei, an der Spitze seiner Armee zu sterben, lege er seinen Degen in die Hände . des Königs. , ' Eine Viertelstunde später spielte die preußische Musik t unter immensem Enthusiasmus. Der Kaiser kam gestern in - Begleitung mehrerer Generale in das preußische Häupt- i quartier. * Brüssel, 3. Sept. Es ist hierher gemeldet, daß der kaiserliche Prinz in Ehimay eingetroffen und im Schlosse des Fürsten Ehimay abgestiegen ist. Die Zahl der nach Belgien übergetretenen Franzosen belief sich gestern auf etwa 10,000. Alle legten die Waffen nieder und werden vorläufig nach Namur geschafft, mit ihnen Artilleriefahrzeuge, 1200 Pferde und 2 Geschütze. Paris, 4. Sept. In verflossener Nacht theilte Palikao im gesetzgebenden Körper die Capitulation der Mae Mahon' scheu Armeetheile und die Gefangenschaft des Kaisers mit, und verlangt Aufschub der Diskussion, da das Ministerium nicht berathen sei. Jules Favre beantragt, den Kaiser und