würden, mit dem ganzen Leichenſchmuck und allen ihren Reliquien und verordnete ihr Begräbnis in der Kirche dieser Abtei. Mit dem Abte zu Wadgassen hatte die Gräfin früher nicht in beſtem Einvernehmen gelebt und denſelben die Fischerei-, Weide- und Holzberechtigungen, die ihr Vater dieſem Kloster gegeben hatte, „durch böſen Rat verleitet“), nicht genießen laſſen, sie erkannte jedoch 1268 ihren Irrtum und bestätigte diese Schenkung, wo- gegen der Abt, zur Anerkennung, daß er dieſes Geſchenk nicht als ein Recht, ſondern als eine Begünstigung zu betrachten habe, dem Türmer zu Saarbrücken jährlich vier Ellen graues Tuch zu einem Rock zu geben ver- pflichtet wurde. Wenige Tage nach dem Erlaß dieser letztwilligen Verfügung starb Gräfin Lorette und hinter- ließ das Land ihrer Schwester Mathilde, die ſchon durch den Lehnskonsens Biſchof Johanns vom Jahre 1227 als nächſtfolgende Tochter Graf Simons zum ungeteilten Be- sitze der Metzer Lehen ermächtigt worden war. Gräfin Lorette ſcheint eine Frau von männlichem Geiste gewesen zu ſein, die ſtreng ihre Stellung und ihr Recht wahrte. Daß ſie kraftvoll das Regiment führte und vor Fehden nicht zurückſchreckte, beweiſen auch ſpätere Urkunden, in denen ihrer Regierung gedacht wird. Das gesteigerte Selbſtbewußtſein der Landesherren in dieſer Zeit der wachſenden Fürſtenmacht zeigt ſich in der Anwendung der Mehrzahl zur Bezeichnung ihrer Perſon, ein Ge- brauch, der in den Saarbrücker Urkunden ſeit der Zeit der Gräfin Lorette üblich iſt. Die Nachfolgerin der Gräfin Lorette, Gräfin Ma- thilde, war zweimal vermählt. Ihr erster Gemahl war Simon Herr von Commercy1), mit dem ſie sich bald nach der Teilung von 1235 verheiratet haben muß. Aus dieſer Ehe gingen vier Kinder hervor: Simon, Friedrich, Jakob und Loretta. Von dieſen war Simon IV. der Erbe 1) Die Stadt Commercy liegt an der Maas, westlich von Nancy. LRIX