' s Siersberg und Gerhard von Bettingen, wegen der Höfe Uchtel fangen und (Wüſt-) Weiler. Ungefähr in den Jahren 1260—1270 war Gräfin Lorette in eine Fehde verwickelt, in welcher ihr der Wildgraf Gottfried von Dhaun Beistand leistete. Die Gräfin scheint in der Abtragung der ihrem Bundesgenossen zugesagten Entschädigung nachlässig geweſen zu ſein, da ſich der Wildgraf in seinem Testamente, in dem er seine Schulden und Forderungen zuſammenſstellt, mit folgenden Worten hierüber beklagt: „Die Greben von Sarbrucken Vrauw Lorata, die gelobete mir in irme Kriege 200 Pont Metzer Pennige, und ich virlois (verlor) zwei Rois (Rosse) in hierme (ihrem) Kriege + des is mir nit worden.“ Über den Gegner der Gräfin und den Verlauf des Streites erfahren wir nichts. Dergleichen Fehden waren im Laufe des 13. Jahrhunderts sehr häufig geworden. Das Fauſtrecht oder die Anmaßung des Adels, seine Streitigkeiten und Händel durch das Recht des Stärkeren zu entscheiden, hatte ſich aus der Unvollkommenheit der Reichsverfaſſung und dem Mangel kräftiger Handhabung des Friedens von ſeiten der Reichsoberhäupter ſeit Jahr- hunderten herangebildet und war zu der Zeit der Gräfin Lorette, „der kaiserloſen, der schrecklichen Zeit‘, auf die höchſte Stufe gestiegen. Jn diesen unruhevollen Zeiten verfloß das Leben der Gräfin Lorette, doch nicht ohne ein Denkmal ihres Wirkens zurückzulaſſen. Im Jahre 1261 wurde nämlich auf ihre Veranlaſſung von Theoderich, Dechant von St. Arnual, mit Genehmigung des Biſchofs von Metz Philipp von Flörchingen eine Kapelle in Saarbrücken erbaut, auf deren Fundamenten später die jeßige Schloß kirche aufgeführt wurde. Als Lorette ſich ihrem Ende nahe fühlte, ſchenkte ſie durch Testament vom 24. September 1271 der Abtei Wad- gaſſen ihre angekauften Allodialgüter, ihren Anteil an der Saline zu Brede, den Zehnten zu Blittersdorf, den Wagen und die Pferde, die ſie zu Grabe geleiten LX VIII