5. Die Entstehung der Grafsſchaft Saarbrücken und das älteſte Grafengeſchlecht. Die Grafen von Saarbrücken waren urſprünglich Grafen des unteren Saargaues. Die Einteilung des Landes in Gaue war eine alte fränkiſche Einrichtung, die von Karl dem Großen auf sein ganzes Reich ausgedehnt wurde. Nach der Urkunde des Vertrags von Merſen be- ſtanden in unserer Gegend der Niedgau, der untere Saar- gau, der Bliesgau, der Albegau und der obere Saargau. Später wird noch der Rosselgau genannt. Die Grenzen dieſer Gaue lassen sich nicht genau beſtimmen. Der untere Saargau reichte von Saarbrücken bis in die Gegend von Merzig. An der Spitze dieser Gaue standen die Gaugrafen, die die Vertreter des Königs in ihrem Bezirke, alſo Reichs- beamte waren; ihre Person war durch das dreifache Wehr- geld geſchützt. Ihr Hauptamt war die Rechtspflege, mit - der wichtige Polizei- und Verwaltungsbefugnisſse ver- bunden waren. Die Grafen ſollten die Schwachen be- ſchützen, den Frieden schirmen, die Frevler verfolgen und strafen. An dem mallus oder der Malſstätte hielt der Graf in der Regel dreimal im Jahre das echte Ding, das regelmäßige Gericht, unter Teilnahme aller Freien des Bezirks. Dies Gericht fand urſprünglich unter freiem Himmel ſtatt; in unserer Gegend war die Gerichtsſtätte ber Hügel, auf dem ſich jeßt die Kirche von Malstatt erhebt. Außerdem hatte der Graf den Heerbann, der aus den waffenfähigen Freien beſtand, im Namen des Königs auf- ]% TIUHEFIE