== nämlich außer der Gemeinde St. Arnual Saarbrücken-St. Johann, Güdingen-Bübingen, Fechingen, Heßlingen, Sulz- bach, Gersweiler und Thedingen. In dieſen Gemeinden erhob das Stift den Zehnten und hatte dafür den Pfarrer zu beſolden. Man zählte in der ,Stiftsfreiheit“ ſieben Chorherrenhäuſer und das Schulhaus. Die Stiftsherren ergaben ſich ſchon früh der Bequemlichkeit und dem welt- lichen Treiben, denn bereits im Jahre 1180 erging eine ſcharsfe Verfügung des Biſchofs Bertram von Metz, in welcher er rügte, daß die meiſten Brüder von St. Arnual mehr um „Milch und Wolle‘“ und die Einnahme ihrer Einkünfte, als um das Heil der Seelen bekümmert ſeien, ihren eigenen Bequemlichkeiten und Geſchäften nachgingen und durch ihre Abwesenheit die Religion und die Kirchen- güter ſchädigten. Der Biſchof bestimmte deshalb, daß fürder nur denjenigen Stiftsherren ihr Stipendium aus- bezahlt werde, die dort dauernd anſäsſsig ſeien und ſich dem Dienste der Kirche mit Eifer widmeten. Das Stift kam durch Schenkungen zu großem Reichtum, und der Dechant von St. Arnual war eine hochgeachtete Perſon. Am Ende des 13. Jahrhunderts wurde der Bau der jetzigen Kirche unternommen, und im Jahre 1315 durch den Dekan Johann Repper der Grund zu dem Turm gelegt, wie eine an der ſüdlichen Turmmauer befindliche Inſchrift besagt. Im Jahre 1372 wurde St. Arnual. von der biſchöflichen Gerichtsbarkeit eximiert und als zweiter Sitz des Bistums anerkannt. Der Dekan Johann war nämlich vor den Metzer Offizial vorgeladen worden, um ſich wegen eines Vergehens zu verantworten. Statt ſeiner erſchien der Kantor von St. Arnual und erklärte, daß Dekan und Kapitel ſeit Menschengedenken von der Gerichtsbarkeit des Metzer Biſchofs eximiert seien, und daß über den Dekan das Kapitel unter Vorſitz des Kantors aburteilen müſſe. Mit diesem Anspruche drang das Stift St. Arnual denn auch durch. Etwas besser als über St. Arnual ſind wir über Z1,1