us +- Das Aussterben des karolingiſchen Hauſes brachte das Land in schwere Zerrüttung. Die Wehrkraft des Reiches war so geſchwächt, daß die Ungarn wiederholt unter großen Verwüstungen bis in die Gegend von Metz vordrangen. Zugleich wagten sich die franzöſiſchen Anſprüche wieder hervor und Lothringen wandte ſich unter Graf Reginar vom Hennegau, der sich den Herzogstitel beilegte, dem Westreiche zu. Doch König Heinrich I., dem Sachſen, gelang es, den ſchwachen franzöſiſchen König Karl den Einfäl- tigen, der von seinen eigenen Vaſallen bedrängt wurde, zum Verzicht auf dies Land zu bewegen. Heinrich feſſelte den Lothringerherzog Gieſelbert, Reginars Sohn, dadurch an sich, daß er ihm seine Tochter Gerberga vermählte. Als Gieſselbert sich ſpäter gegen Heinrichs Sohn Otto den Großen empört hatte, fand er nach dem Überfall bei Andernach ein jähes Ende im Rhein. Otto I. verlieh Lothringen an den Franken Konrad, seinen ſpäteren Schwiegerſohn, und als ſich dieſer gegen ihn auflehnte, übertrug er die Verwaltung des Landes an ſeinen Bruder Bruno, der Erzbiſchot von Köln war. Dieser teilte 959 Lothringen in Ober- und Niederlothringen; beide standen fortan unter besonderen Herzögen und zwar Ober- lothringen, wozu unsere Gegend gehörte, anfangs unter dem ardenniſchen, ſeit 1043 unter dem elſäſsiſchen Grafenhauſe. Im Jahre 978 machte der franzöſiſche König Lothar einen Verſuch, Lothringen zu gewinnen. Er über- fiel Kaiſer Otto Il. in Aachen und ließ den Adler auf der königlichen Pfalz gen Westen richten, zum Zeichen, daß Lothringen fortan zu Frankreich gehören ſollte. Doch Kaiſer Otto sammelte ſchnell ein Heer und unternahm einen Zug bis vor Paris; Lothar mußte ſchließlich auf ſeine Ansprüche förmlich verzichten. Seitdem iſt bis zum Ausgang des Mittelalters die Zugehörigkeit Lothringens zu Deutſchland nicht mehr ernſtlich in Frage geſstellt worden. XXXVI