1.096 --- Darstellungen aus dem täglichen Leben, die natürlich für die Kenntnis jener Zeit von größtem Werte ſind. : Das Zeitalter Konstantins (3069337), der längere Zeit in Trier residierte, iſt der Höhepunkt in der Entwickelung unserer Gegend zur Römerzeit; von ihm finden ſich die meiſten Münzen. Damals fand auch das Chriſtentum zuerſt hier Eingang. Da Jrenaeus, Biſchoft von Lyon (um 180 n. Chr.), in seiner Schrift gegen die Ketzerei (I, 10) bereits von christlichen Kirchen in Gallien und Germanien (dem linksrheiniſchen Deutſchland) ſpricht, so iſt die Annahme nicht zu gewagt, daß damals auch in Trier, der Hauptstadt Galliens, ſchon eine christliche Ge- meinde bestand. Über 130 chriſtliche Grabinſchriften aus der Römerzeit haben ſich in Trier gefunden. Im Jahre 314 wird als Biſchof von Trier Agricius genannt, der für die Ausbreitung des Chriſtentums in Belgien und Germanien gewirkt haben soll. Unter ſeinem Nachfolger Maximinus hat, nach Rhabanus Maurus, Quiriacus das Chriſtentum an der Saar gepredigt. Die Verbreitung des chriſtlichen Glaubens an der unteren Saar wird für dieſe frühe Zeit durch eine Grabinſchrift in Pachten be- zeugt. An den Kirchen in Pachten und Differten fanden ſich eingemauerte römiſche Steine mit Grabſchriften oder Bildwerken. Die ſehr alte Kirche in Pachten war dem heiligen Maximinus geweiht, die Gotteshäuſer von Mechern (bei Merzig) und Taben hatten zum Patron den Apoſtel der Saargegend, den heiligen Quiriacus. Doch in dieſer Zeit der Völkerſtirme hat der ausgeſstreute Samen ſchwerlich feſte Wurzel gefaßt. Die Annahme des Christentums beschränkte ſich wohl auf die höheren Stände und die ſtädtiſche Bevölkerung; die Bauern unſerer Gegend haben noch lange zu ihren heidniſchen Göttern gebetet. AXA VI