V -+55 Der Stifter des Denkmals hieß alſo Maior und war der Sohn des Magiatus. Der Name des Vaters iſt galliſcher Herkunft, während der Sohn ſich ſchon mit einem römi- ſchen Beinamen bezeichnet. Auch auf die Lebensweiſe der Bewohner blieb die römiſche Herrſchaft nicht ohne Einwirkung. Das Land war arm an Städten, auch Dörfer gab es wohl nicht allzuviele, da die Großgüterwirtſchaft vor- herrſchte und der Bauernsſtand infolge harten Druckes ſehr geſchwunden war; dagegen finden ſich überall zer- streute Hirtenwohnungen und dazwiſchen die Landhäuſer der größeren Grundbesitzer, wie in Güdingen, Klein- blittersdorf, Pachten, Ruhlingen, Beckingen, Fitten, Nied- altdorf, Mettlach uſw. Dieſe Villen, meiſt in den Tälern der Saar und ihrer Nebenflüſſe an ſonnigen Abhängen nach Süden gelegen, waren mit dem Komfort der damaligen Zeit ausgestattet. Mosaikfußböden, Marmor- bekleidung, Wasserleitungen, Badeeinrichtungen, heizbare Räume mit Glasfenstern und Säulenhallen fehlten nicht. Die ausgedehnten Jagdgehege des galliſchen Adels und die keltiſchen Hunde waren bei den Sportsmännern jener Zeit ſehr geſchätt. Auf den Küchenzettel der damaligen Landedelleute laſſen Eberzähne, Hirſchgeweihe und Schneckenhäuſer schließen, die in der Villa von Furſch- weiler (Kreis St. Wendel) ſich gefunden haben. Die Groß- grundbeſitzer betrieben die Wirtſchaft teils durch Sklaven, teils durch freie Pächter oder halbfreie Kolonen, die einen Teil des Gutes gegen eine Abgabe bewirtſchafteten. Diese Kolonen bestanden zum Teil aus gefangenen Bar- baren, Germanen oder Sarmaten. Auf den Monumenten von Neumagen und Arlon ſehen wir mehrfach den Moment dargestellt, wo die Kolonen in der eigenartigen gallischen Tracht, einem Mantel mit Kapuze, dem am Schreibtiſch ſitenden Gutsherrn ihre Pacht teils in Geld, teils in Naturalien entrichten; der eine bringt ein Schaf, ein XZ