W- ſind, und überliefert den Nachgeborenen die dunkle Kunde der Vorzeit. Sodann besitzen wir auch Urkunden nus dieſer Vergangenheit, zwar. nicht von Pergament, aber von Stein, Erz und Ton, welche die Erde getreu bewahrt hat, ſo daß sie uns von einer untergegangenen Kultur- welt berichten können. Diese Zeugnisse ſind zwar gering- fügig im Vergleich zu den Denkmälern des kaiſerlichen Trier, aber doch ſo zahlreich, daß es im Saargebiet faſt keinen einzigen Feldhann gibt, wo nicht Spuren römiſchen Anbaus gefunden wurden. Leider ſind in früherer Zeit die Funde vielfach durch Unachtſamkeit zerſtört oder ver- ſchleudert worden, und man hat unterlaſſen, über den Fundort genaue Aufzeichnungen zu machen. Ein eifriger Sammler war der Oberbergrat Böcking, desſen reichhaltige Sammlung ins Berliner Muſeum gekommen iſt. Seit dem Jahre 1839 hat der durch Profeſſor Dr, Schröter be- gründete hiſtoriſch-antiquariſche Verein, der 1881 als hiſto- riſcher Verein für die Saargegend aufs neue ins Leben trat, die Sammlung und Bewahrung der Erinnerungen an die Vorzeit ſich angelegen ſein lassen. Das älteſte Denkmal römiſcher Herrſchaft hat ſich auf dem Herapel gefunden, jener Höhe oberhalb Kochern in Lothringen, welche eine reiche Fundgrube für römiſche Altertümer iſt. Auf einem würfelförmigen Stein von Muſchelkalk fand sich eine lateiniſche Inschrift zu Ehren des Kaiſers Tiberius, die wahrſcheinlich aus dem Jahre 20 n. Chr. sſtammt. Diese JInſchrift, eine der ältesten Deutſchlands, enthält eine Huldigung für den vielver- leumdeten Kaiſer Tiberius, dem die römiſchen Provinzen viel zu danken hatten. Leider iſt der untere Teil, der den Namen der weihenden Perſon oder Gemeinde enthalten haben muß, so verſtüimmelt, daß eine befriedigende Er- klärung bis jetzt nicht gegeben iſt. Da die Weihinſchrift ganz nach römiſcher Weiſe abgefaßt iſt, ſo dürfen wir vielleicht römiſche Kaufleute als Stifter anſehen, die ſich auf dem Herapel, am Kreuzungspuntte wichtiger Straßen, XIV