t? .- Nicht beſſer als dieſer gelangen weitere Raubzüge der Germanen. Noch erzeugte das ſinkende Römertum ge- waltige Feldherren, die den Barbarensturm aufhielten. Des Constantius und der Helena Sohn, der große Con- sſtantinus, warf im Jahre 307 Franken und Alamannen über den Rhein zurück und drang tief ins rechtsrheiniſche Land ein; die gefangenen Frankenfürsten Aſkarich und Merogaiſus wurden mit vielen ihrer Landsleute im Amphitheater zu Trier zur Beluſtigung der haupt- städtiſchen Menge den wilden Tieren ausgeliefert. Nach Constantins Tode gingen die Alamannen aufs neue über den Rhein und überſchwemmten Gallien. Alle Rheinfesſtungen von Mainz bis Straßburg hatten ſie ſchon erobert, als im Jahre 357 Julian gegen sie zog und in der furchtbaren Schlacht bei Straßburg einen großen Sieg über die ſieben Alamannenkönige erfocht. Doch die germaniſche Flut ließ sich wohl zeitweiſe zurückdämmen, aber nicht dauernd in Schranken halten. übervölkerung und Hungersnot, Kampfesluſt und Wagemut trieben die Germanen immer wieder über die Grenzen des reichen Galliens, und in blutigem Ringen maß ſich die römiſche Kriegskunſt mit der wilden Naturkraft der Barbaren. Im Jahre 369 legte Kaiſer Valentinian I. an der ganzen Rheinlinie Kastelle und Türme an, um das linksrheiniſche Land gegen die Germanen zu ſichern; zugleich erhöhte er die Mauern der vorhandenen Festungen. Doch Schanzen und Türme ſollten sich bald machtlos erweiſen gegen die ungestüme Tapferkeit der Germanen : der Todeskampf des römiſchen Reiches begann. Vergebens ſuchen wir bei den römiſchen Schriftstellern eine Nachricht über unſere jetzt ſo volkreiche und wichtige Gegend. Der einzige römiſche Schriftsteller, der die Saar nennt und in ihrer Bedeutung anerkennt, ist der Dichter Ausonius aus Burdigala (Bordeaux), der als Erzieher des Prinzen Gratianus den Kaiſer Valentinian I. auf XII