> gottesdienstlichen Zwecken, wie denn in Niedaltdorf in den Ruinen eines römiſchen Gebäudes und zwar in einer Zimmerecke ein Steinbeil aus Serpentin mit ab- geſchlagener Schneide entdeckt wurde. Bemerkenswert iſt, daß das überaus harte Material dieſer Steinwaffen zum Teil unſerer Gegend fremd iſt. Schon früh lernten die Menſchen der Urzeit auch ein- fache Gefäße aus Ton herstellen und das biegſame Kupfer zu Schmuckgegenſtänden, beſonders Armringen, ver- arbeiten, wie dies für unſere Gegend ein beachtenswerter Fund dartut. Im Jahre 1840 fand man in St. Johann hinter dem Hauſe „zum Hirſch'‘ an der Mainzerſtraße in einem Gartengrundstück 21/, Fuß tief unter der Erde einige roh behauene Feuerſteine, die als Meſſer gedient haben konnten, und dabei die Bruchstücke eines kleinen vierfüßigen Topfgefäßes ſowie verſchiedene maſsſive Kupferringe. Zwar fanden ſich weder Knochenreſte noch Asche dabei, doch ſcheinen die Gegenstände als Mitgabe für einen Toten unter die Erde gekommen zu ſein. Auf einer höheren Kultursſtufe als die Urbewohner der Steinzeit standen die dem ariſchen Stamme angehörenden Kelten oder Gallier, die in hiſtoriſcher Zeit bereits den ganzen Westen Europas bis zum Kap St. Vincent und den britiſchen Inseln hin besiedelt hatten, dann über die Alpen in die Poebene vordrangen und in gewaltigen Wanderzügen bis zum Burgfelſen des Kapitoliums, ja bis nach Griechenland und Kleinasien ſich ergoſſen. Die Zeit, in welcher die Kelten ſich in der Saargegend niedergelaſſen haben, können wir nur annäherungsweiſe bestimmen. Herodot nennt sie bereits neben den Iberern als die westlichſten Bewohner Europas; ſomit iſt ihre Ein- wanderung allerſpäteſtens 600 Jahre vor Chriſti anzu- ſeßzen. Über ihrer früheſten Geſchichte liegt ein dichter Nebelſchleier, den erst Cäſ ar zerriſſen hat, als er durch seine Kriegszüge (680950 v. Chr.) das Land den Römern unterwarf. Von Cäſar, wie von den griechiſchen Schrift- IV