Die Katastrophe von Neunkir<hen Von Ludwig Bruch. Am 10. Februar 1933 wurde Neunkirchen, die fleißige saarländische Jn- dustriestadt, von einem schrecklichen Explosionsunglück heimgesucht. No< lebt das Bild des Grauens und der Zerstörung lebendig in aller Erinnerung, wenn- gleich helfende Liebe den bitteren Schmerz um die Opfer, um Hab und Gut, etwas gemildert hat. Mehr denn je zeigte sich gerade bei der Katastrophe von Neunkirchen die menschlihe und völkische Schick- salsgemeinschaft der Grenzbewoh- ner, Die: nam den gewaltigsten Erlebnissen der Nachkriegsjahre Tag und Stunde lang überdauern wird. Halten wir auch in diesen Blät- tern kurz fest, was geschah. Am „90f“ in Neun- kirhen, einem non rund tau- send Menschen bewohnten Stadtviertel un- mittelbar neben dem wWerksge- lände, hatte die Hüttenleitung im Jahre 1931 einen riesigen wGaso- meter orrichtet. Fx: sollte: der Gasfernversor- gung dienen und bis an den Rhein saarländischem Gewerbefleiß die Tore öffnen. Es war ein „tro- dkener“ Behälter, der no zur Zeit des Unglücks den ursprüng: lihen roten Metallanstrich trug. Von stets gleichbleibender Größe, ragte der aufstrebende Kessel hoh über die Dächer der Stadt und blickte als „Stadt- krone“ weit in die herrliche Umgebung hinein. | Sn Die Bewohner des „Hofes“ waren im Bereiche der Stadt eine Faun für sich. Um ihr Dasein schwelte und zischte der Dampf, tönte das Heulen der Sirenen, qualmten die Schornsteine. Einer kannte den anderen. Abends erklang Radiomusik aus den kleinen Häuschen und im Sommer saßen die Alten plau- dernd vor der Türe, während die Jüngeren die prächtigen Gebiete des Bild- stoKer Waldes durc<hwanderten. R. 623