Und nun zum Schluß noch ein Po&m vom 25. November 1789, als Ludwig aus Angst vor dem Herüberfluten der französischen Revolution den Bürgern die drückendsten Steuern erließ. „Der landesväterlihen Huld des Fürsten Ludewig danken für Erhaltung der gemeinen Ruhe und gnädigste Er- theil ung verschiedener Freiheiten Höchstdero getreue Bürgerschaften beider Städte Saarbrücken und St. Johann.“ No< immer wütete in den Eingeweiden Des schönsten Königreichs die Zwietracht fort, Mit Schauer sehn wir sie ihr Gift verbreiten; Tod und Zerstörung ist ihr Losungswort! Ein Ungeheu'r, voll Blutdurst in den Blicken, Das aus der Hölle finstrem Schooße stammt, Das Bürger lehrt, ihr Schwert auf Bürger zücken, Und ihren Geist zu wilder Wut entflammt! Auch uns mit ihrem Geifer zu beflecken, Floß sie aus Gallien zu uns heran, Und ac<h! shon drohte sie -- welch banges Schrecken! -- Ein nah Verderben jedem Unterthan. Mit tiefem Kummer sah, wem Bürgerleben Und allgemeines Wohl am Herzen lag, Das Wetter über unserm Haupte schweben, Bis Ludewig das Wort des Friedens sprach. „Fleuch, sprach der Edle, fleuc<) aus Saarbrücks Mauern „Du ungestüme Ruhestörerin! „Nicht länger, Scheusal! soll dein Rasten dauern, „So wahr ich Vater meines Volkes bin! „Und, damit Fried in meinem Lande wohne, „So fliehe zitternd der, der Bosheit hegt! „Fern, ewig ferne sey von meinem Throne, „Wer Ränk und Trug im falschen Herzen trägt!“ JH weiß nicht, wie es kam, ich mußte vorstehenden Herzenserguß der Bürger von Saarbrücken und St. Johann wieder und immer wieder mit weh- mütiger, stets wachsender Teilnahme lesen. Was ist aus Kanaan geworden, wo Milch und Honig fließt? Ein Wehland, dessen Sc<hmerzensschrei zu dem Retter aus namenlosem Elend dringt. etanetwntntnmnntneeeemgrmmemenfäg Saargebiet und Oberschlesien Für die Abstimmung in Oberschlesien wurde auch im Saargebiet gesammelt. Reichlich flossen die Gaben, obwohl Land. und Volk verarmt war und unter fremdem Druck seufzte. Viele Spender versahen ihre Gaben mit kleinen Ge- leitworten, die für die Gesinnung der „Saar“ ein glänzendes Bekenntnis zum Deutschtum bekundeten. Allein in der „Saarbrücker Zeitung“ sinde ic; aus jenen Tagen viele tapfere Worte; einige von ihnen will ich als Ehrenzeugnis der Bevölkerung der Vergessenheit entreißen und hier folgen lassen. Auch wir stehen nun bald vor der Abstimmung und sind gewiß, daß das ganze Reich mit dem deuts<en Südwesten sein wird wie wir mit dem Südosten: Nichts verwelscht Und nichts gefälscht, Deuts< und grad In Wort und Tat. 49